CHANCEN- UND RISIKOBERICHT

Als weltweit tätige Unternehmensgruppe ist der KSB Konzern gesamtwirtschaftlichen, branchentypischen, finanzwirtschaftlichen und unternehmensspezifischen Risiken ausgesetzt. Unsere Risikopolitik richten wir darauf aus, nachhaltig und profitabel zu wachsen. Hierzu streben wir an, die mit unserer Geschäftstätigkeit verbundenen Risiken zu mindern und wo möglich zu vermeiden. Gleichzeitig bieten unsere globale Ausrichtung und unser breites Produktspektrum eine Fülle von Chancen. Hierzu zählen wir insbesondere solche, die auf Basis der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten entstehen, aber ebenso diejenigen, die sich mit der Qualität und Wirtschaftlichkeit unserer Produkte verbinden. Auch die Optimierung unseres weltweiten Vertriebs- und Produktionsnetzes stärkt unsere Wettbewerbsposition. Dabei überprüfen wir stets Möglichkeiten, unsere globale Präsenz weiter zu erhöhen; das erreichen wir einerseits durch Neugründungen, andererseits durch Akquisitionsprojekte.

Chancen sowie Risiken verstehen wir als mögliche zukünftige Entwicklungen oder Ereignisse, die zu einer Prognose- oder Zielabweichung führen können. Dies gilt in positiver wie negativer Hinsicht. Um die vielfältigen Chancen und Risiken kompetent und effizient zu managen, richten wir unser Handeln entsprechend aus und orientieren uns bei der Auswahl der Verantwortlichen am jeweiligen Sachverhalt. Wichtige Überwachungsaufgaben übernehmen dabei das Controlling, das Finanz- und Rechnungswesen sowie die Interne Revision.

RISIKOMANAGEMENTSYSTEM

KSB hat ein konzernweites Risikomanagementsystem implementiert, um relevante Risiken zu erfassen, zu bewerten und an die Konzernzentrale zu melden. Der Risikomanagement-Prozess des KSB Konzerns besteht aus den aufeinanderfolgenden Phasen der Identifikation, Bewertung, Steuerung, Kontrolle, Erfassung und Kommunikation von Risiken. Die sechs Phasen bilden einen kontinuierlichen und IT-gestützten Regelkreislauf. Dieser ist in unserem Risikomanagement-Handbuch ebenso dokumentiert wie die Verantwortung des Managements und die Beschreibung aller relevanten Aufgaben.

Die Verantwortlichen sind angehalten, rechtzeitig Maßnahmen zu definieren und durchzuführen, um Schäden, wie sie aus dem Eintreten riskanter Ereignisse resultieren können, zu vermeiden oder zu begrenzen. Alle Funktional- und Zentralbereiche sowie Beteiligungsgesellschaften, somit auch die Gruppengesellschaften, die nicht zum Konsolidierungskreis gehören, sind in das Risikomanagementsystem eingebunden. Die jeweils Verantwortlichen sind verpflichtet, monatlich ihre Geschäfts- und Finanzkennzahlen bereitzustellen. Neben der quartalsweisen Vorschau zur Geschäftsentwicklung melden sie zweimal jährlich alle erkannten Risiken für die nächsten 24 Monate ab Meldestichtag für die Kategorien Markt- und Wettbewerbsrisiken, Technologische Risiken, Projekt- und produktbezogene Risiken, Finanzwirtschaftliche Risiken sowie Beschaffungsrisiken. Andere unternehmensspezifische ­Risiken (Umwelt, Personal, etc.) werden ebenfalls in diesem Turnus an die Risikomanagement-Beauftragten der Konzernzentrale berichtet. Dabei unterscheiden wir qualitative und quantitative Risiken:

Bei qualitativen Risiken handelt es sich um langfristige Entwicklungen, die sich negativ auf die KSB-Gruppe auswirken könnten und die sich aufgrund ihrer unkonkreten Informationslage nicht oder noch nicht fundiert quantifizieren lassen. Um sie dennoch bewerten zu können, schätzen wir Eintrittswahrscheinlichkeit und Tragweite ein. Bei der Eintrittswahrscheinlichkeit ist zu beurteilen, wie detailliert die Informationen sind, die auf das potenzielle Risiko hinweisen. Die Tragweite beschreibt den möglichen Einfluss des Einzelrisikos auf das Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (EBIT) des KSB Konzerns oder der betreffenden Gruppengesellschaft.

Bei quantitativen Risiken handelt es sich um solche mit einem möglichen monetären Einfluss auf das Ergebnis des KSB Konzerns oder der jeweiligen Gruppengesellschaft. Ihre Bewertung berücksichtigt in jedem Einzelfall die Eintrittswahrscheinlichkeit in Kombination mit der potenziellen Schadenshöhe.

Um zu beurteilen, ob qualitative und quantitative Einzelrisiken für uns wesentlich sind, stufen wir diese als akzeptable, neutrale oder bedeutsame Risiken ein. Als wesentlich für die KSB-Gruppe erachten wir alle als neutral oder bedeutsam kategorisierten Einzelrisiken, die wir im Kapitel „Chancen und Risiken in der Einzelbetrachtung“ beschreiben. Den folgenden Matrizen ist die jeweilige Einstufung zu entnehmen:

Qualitative Risiken

Quantitative Risiken

Bei der Bewertung der Schadenshöhe beschränken wir uns auf drei mögliche Einstufungen: gering, mittel und hoch. Es gelten dabei folgende Kriterien:

Kategorisierung der Schadenshöhe
Schadenshöhe in T€
Größenordnung Umsatz gering mittel hoch
kleine Gesellschaften bis 20 Mio. € 50 – 125 125 – 250 > 250
mittlere Gesellschaften 20 bis 80 Mio. € 75 – 250 250 – 500 > 500
große Gesellschaften, Holdings, Organisationseinheiten ab 80 Mio. € 100 – 500 500 – 1.000 >1.000

Diese Vorgehensweise bietet uns die notwendige Transparenz, um Risiken gesamthaft zu erkennen und sie wirksam, wirtschaftlich verantwortungsvoll und kompetent zu steuern.

Die Aufgabenträger, denen spezielle Verantwortlichkeiten und Kompetenzen im Berichtsjahr im Risikomanagementsystem der KSB-Gruppe zugewiesen waren, haben wir in nachfolgender Abbildung dargestellt und erläutert.

Risikomanagementsystem im KSB Konzern

Die Gesamtverantwortung für das Risikomanagement trug der Vorstand der KSB AG. Dieser berichtete an den Aufsichtsrat im Rahmen regelmäßiger Sitzungen des Prüfungsausschusses und wird von ihm wiederum überwacht. Den Vorstand unterstützten der Chief Compliance Officer sowie das Konzernfinanz- und Rechnungswesen. Letzteres koordiniert den Risikomanagement-Prozess auf Gruppenebene und prüft alle gemeldeten Risiken daraufhin, ob sie für die Abschlusserstellung relevant sind. Dies stellt eine systematische Verknüpfung mit dem Prozess der Konzernrechnungslegung sicher. Vorstand und Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats erhielten mindestens zweimal pro Geschäftsjahr einen Risikobericht mit allen als bedeutsam oder neutral eingestuften Risiken, die im Vorfeld definierte Schwellenwerte – ohne Berücksichtigung getroffener Gegenmaßnahmen – einzeln oder kumulativ überschreiten. Besonders kritische Themen sind von den verantwortlichen Managern ad hoc zu melden. Chancen werden in diesem System hingegen nicht berücksichtigt, sondern separat bei Segmentleitern und Regionalverantwortlichen mit einer abweichenden Bewertungssystematik abgefragt.

Hinsichtlich der finanzwirtschaftlichen Risiken bedienen wir uns außerdem einer zusätzlichen Risikoidentifikation, -bewertung, -steuerung und -kommunikation. Diese Aufgabe obliegt dem zentralen Finanzwesen und ist an anderer Stelle in diesem Kapitel detailliert beschrieben.

Der Compliance-Risiken nimmt sich der Chief Compliance Officer an; er ist der Stabsstelle „Recht & Compliance, Patente & Marken“ zugeordnet. Ihn unterstützen die Mitglieder des Compliance Committees und die Compliance-Verantwortlichen der einzelnen Gesellschaften.

Die Interne Revision ist als Teil unseres internen Kontrollsystems in das Risikomanagementsystem eingebunden. In ihrer Planung priorisiert sie Themen nach Risikopotenzialen und erhält sämtliche dazu notwendigen Informationen. Die Revisoren stellen sicher, dass alle geprüften Einheiten die gültigen Richtlinien beachten, aktiv am Risikomanagementsystem teilhaben und ihre Risiken steuern oder vermeiden. Die Informationen der Internen Revision über erkannte Risiken sowie eingeleitete Gegenmaßnahmen sind integraler Bestandteil der Berichterstattung an den Vorstand und den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrates.

Unser Risikomanagementsystem wird regelmäßig überprüft und bei Bedarf, beispielsweise bei relevanten gesetzlichen oder organisatorischen Änderungen, zeitnah aktualisiert. Außerdem widmet sich unser Wirtschaftsprüfer in der Jahresabschlussprüfung dem Risikofrüherkennungssystem, dessen Vorhandensein er feststellt und dessen Eignung er untersucht.

INTERNES KONTROLLSYSTEM UND RISIKO­MANAGEMENTSYSTEM BEZOGEN AUF DEN KONZERNRECHNUNGS­LEGUNGSPROZESS

Das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem (IKS) trägt dazu bei, eine ordnungsgemäße Finanzberichterstattung sicherzustellen. Ziel ist es zu gewährleisten, dass Konzern­abschluss und Konzernlagebericht mit allen einschlägigen Vorschriften übereinstimmen. Zentrale Elemente des IKS sind – neben dem zuvor dargestellten Risikomanagementsystem – Richtlinien und Regelwerke, die einheitliche Bilanzierungs- und ­Bewertungsvorgaben beinhalten. Sie sind von all unseren Konzerngesellschaften vollständig anzuwenden. Funktionstrennung und das Vier-Augen-Prinzip werden dabei beachtet; dies stellen Prüfungen unserer Internen Revision sicher.

Zusätzlich validiert das Rechnungswesen regelmäßig und analytisch die Plausibilität von Zeitreihen sowie von Plan-Ist-Abweichungen. Somit erkennen wir frühzeitig signifikante Veränderungen, die wir dann auf Bilanzierungs- oder Bewertungsunstimmigkeiten untersuchen. Die daraus resultierenden Ergebnisse werden im Anschluss auf Managementebene diskutiert.

Die Verantwortung für die Konzernrechnungslegung liegt bei den Mitarbeitern des zentralen Konzernrechnungswesens. Für bestimmte Kalkulationen im Rahmen der Rechnungslegung (beispielsweise für die Berechnung komplexer versicherungsmathematischer Pensionsverpflichtungen) ziehen wir qualifizierte externe Gutachter hinzu.

Für das Rechnungswesen des KSB Konzerns und das jeweilige Rechnungswesen der einzelnen Tochtergesellschaften gelten verbindliche Terminpläne sowie Richtlinien. Die zur Aufstellung des Konzernabschlusses anzuwendenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sind in einem Handbuch schriftlich fixiert, das wir fortlaufend aktualisieren und weiterentwickeln. Dieses umfasst auch die Richtlinie für die Verbuchung konzerninterner Vorgänge. Neue Rechnungslegungsvorschriften und andere offizielle Verlautbarungen analysieren wir kontinuierlich im Hinblick auf ihre Relevanz und ihre Auswirkungen auf den Konzernabschluss. Bei Bedarf passen wir unsere Richtlinien sowie das Handbuch entsprechend an und kommunizieren dies unverzüglich an unsere Gesellschaften. Die Einhaltung dieser Maßgaben überwacht ebenfalls das Konzernrechnungswesen. Damit reduzieren wir das Risiko, dass wir den Abschluss nicht sachgerecht aufstellen oder nicht fristgerecht veröffentlichen.

Die Abschlussinformationen aller Konzernunternehmen verarbeiten wir automatisiert mittels einer zertifizierten und geprüften Konsolidierungsstandardsoftware. Diese Daten validieren wir mithilfe systemtechnischer Kontrollen. Dabei auftretende Warnmeldungen klären die Mitarbeiter des Konzernrechnungswesens, bevor sie diese Daten verwenden. Die Nutzung des Konsolidierungsmonitors innerhalb unseres IT-Systems gibt die Reihenfolge der Bearbeitungsschritte strikt vor. Somit ist die fehlerfreie Verarbeitung der Daten gewährleistet.

Damit der Prozess der Rechnungslegung reibungslos und korrekt erfolgt, beteiligen wir hieran ausschließlich Mitarbeiter mit dem entsprechenden fachspezifischen Know-how. Um das Expertenwissen dieser Mitarbeiter aktuell zu halten, werden sie regelmäßig geschult.

Für das rechnungslegungsbezogene IT-System haben wir Zugriffsberechtigungen definiert. So schützen wir die Daten vor nicht genehmigtem Zugriff sowie unzulässiger Verwendung und Veränderung. Darüber hinaus stellen die vielfältigen Prüfschritte die Qualität der Verarbeitung sicher. Sie tragen ebenso dazu bei, operationelle Risiken zu begrenzen wie regelmäßige Systemprüfungen durch den Abschlussprüfer.

CHANCEN UND RISIKEN IN DER EINZELBETRACHTUNG

Die nachfolgend dargestellten Kategorien beinhalten die – sofern nicht anders gekennzeichnet – als bedeutsam eingestuften qualitativen und quantitativen Bruttorisiken sowie die wesentlichen Chancen für unsere Geschäftsentwicklung. Bedeutsamste Einflussgröße ist unverändert die konjunkturelle Entwicklung, alle übrigen Chancen und Risiken bewerten wir als nachrangig.

Märkte / Wettbewerb

Risiken

Auch im aktuellen Berichtsjahr beeinflussen Veränderungen in den ökonomischen und politischen Rahmenbedingungen unsere geschäftlichen Möglichkeiten.

Dem Risiko von Konjunktur- und Nachfrageschwankungen begegnen wir dadurch, dass wir in mehreren Marktbereichen und Branchen mit unterschiedlichen Konjunkturzyklen aktiv sind. Außerdem beobachten wir die Entwicklung der gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen für unsere Marktbereiche. Falls erforderlich, passen wir Kapazitäten an, verlagern Produktionseinrichtungen und setzen Einsparmaßnahmen um.

Asien gilt unverändert als wichtigster Absatzmarkt für kraftwerkstechnische Ausrüstungsgüter einschließlich Pumpen und Armaturen. Allerdings hat sich der Wettbewerb in China nochmals verstärkt. Dies hat für den KSB Konzern einen erhöhten Preisdruck zur Folge und stellt somit ein „bedeutsames“ Risiko dar. Auch politische Entscheidungen, wie die Verschiebung oder gar Aufgabe von Energieprojekten in mehreren chinesischen Provinzen, belasten unsere Geschäftsentwicklung. Um den asiatischen Markt breiter zu erschließen, haben wir mit unserem langjährigen Partner, der chinesischen SEC-Gruppe, Ende 2015 eine strategische Allianz vereinbart. Sie zielt auf eine engere Kooperation, um auch bei asiatischen Kraftwerksprojekten außerhalb Chinas erfolgreich zu sein.

Das Risiko aus der politischen Lage in verschiedenen Teilen dieser Welt hat jedoch im Vorjahresvergleich etwas an Bedeutung abgenommen. Gemäß unserer Einschätzung stellen die Rahmenbedingungen in den Ländern der Region Mittlerer Osten / Afrika, die im Geschäftsbericht 2016 noch als Risiko dargestellt wurden, im Geschäftsjahr keine wesentlichen Risiken mehr dar. Die aufgrund der politischen Differenzen Russlands mit den USA und den meisten europäischen Staaten stark belasteten Ost-West-Beziehungen sind hingegen weiterhin von Bedeutung. Dies zeigt sich auch im Importsubstitutions-Programm der russischen Regierung, welches ein „bedeutsames“ Risiko darstellt. Russische Unternehmen sollen vermehrt Produkte ordern, die im Lande selbst hergestellt sind oder aber einen hohen Anteil an lokaler Wertschöpfung aufweisen. Auf diese Entwicklung hat unsere KSB-Gesellschaft in Moskau reagiert, indem sie in angemieteten Hallen eine lokale Montage für industrie- und wassertechnische Pumpen eingerichtet hat. Darüber hinaus ist der Aufbau einer eigenen Fertigungsstätte im Gange, die nach unseren Planungen 2018 in Betrieb gehen wird. Im Berichtsjahr konnte unsere Gesellschaft den inländischen Wertschöpfungsanteil bereits nahezu verdoppeln.

Das Risiko eines Nachfragerückgangs in der petrochemischen Industrie in China haben wir in unserer Verkaufsstrategie berücksichtigt. Es ist insofern für unseren voraussichtlichen Geschäftsverlauf – im Unterschied zum Vorjahr – nicht mehr wesentlich.

Chancen

Während das Geschäft im Bereich der fossilen Energiegewinnung schwach bleibt, wächst tendenziell der technische Bedarf von Energieunternehmen, die Strom aus Kernkraftwerken gewinnen. Hier bieten sich KSB als Anbieter hochsicherer Komponenten Möglichkeiten, an der Ausrüstung zu partizipieren, aber auch mit entsprechend geschultem Personal Aufträge zur Wartung und Instandhaltung solcher Anlagen zu übernehmen.

In China ergeben sich geschäftliche Perspektiven im Retrofit  existierender Kohlekraftwerke, die im Zuge ihrer Modernisierung effizienter und umweltverträglicher werden sollen. Darüber hinaus kann sich die KSB Shanghai Pump Co., Ltd. in den Bau konventioneller Kraftwerke einbringen, die chinesische Anlagenbauer im Rahmen der Politik des „One Road, One Belt” in ausgewählten Ländern planen und errichten.

In China und Indien mit hohem Nachholbedarf im Umweltschutz bieten laufende Maßnahmenprogramme gute Chancen für Abwasserpumpen, die in Kläranlagen und der zuführenden Infrastruktur benötigt werden. Speziell in Indien, das unter einer starken Luftverschmutzung leidet, kann mit der ­Ursachenbekämpfung auch die Nachfrage nach Rauchgas-­Entschwefelungspumpen aus unserem Programm ansteigen.

Projekte / Produkte

Risiken

Die Anforderungen der Märkte an unsere Produkte ändern sich ständig. Erfolg haben wir nur dann, wenn wir unsere Lieferzeiten einhalten und technisch hochwertige Produkte in einer guten Qualität zu adäquaten Preisen anbieten. Um das Risiko des Lieferverzugs zu minimieren, der zu einer verschlechterten Reputation beim Kunden wie auch zu Pönalezahlungen führen kann, kontrollieren wir ständig unsere Verkaufs- und Fertigungsabläufe. Stellen wir dabei fest, dass eine Erneuerung des Maschinenparks oder eine Erweiterung der Kapazitäten notwendig ist, überprüfen wir diese Investitionsvorhaben im Rahmen eines schrittweisen Genehmigungsprozesses. Damit begegnen wir dem als „bedeutsam“ eingestuften Risiko von Termin- und Kostenüberschreitungen.

Eine regelmäßige Marktanalyse und -beobachtung minimiert die Gefahr, dass unsere Produkte technisch veralten oder wir sie zu nicht marktgerechten Preisen anbieten. Zugleich sind wir dem Risiko ausgesetzt, dass Billigprodukte aus Osteuropa und Asien mit dem KSB-Angebot konkurrieren. Dies erfordert ein stetiges Qualitätsmanagement, das wir konzernweit verzahnt haben.

In unserem Geschäft ergeben sich besondere Anforderungen an die Abwicklung von Großprojekten mit längeren Laufzeiten. Mit dieser sind stets auch Risiken verbunden. So kann es gerade hier zu Kostenüberschreitungen, verschärften Importbestimmungen, personellen Engpässen, technischen Schwierigkeiten oder Qualitätsproblemen kommen, die – einschließlich möglicher Vertragsstrafen – unsere Margen verringern. Deshalb schulen wir unsere Mitarbeiter im Projektmanagement und vermitteln ihnen spezielle Kenntnisse. Diese ermöglichen es, Gefahren im Zusammenhang mit länger laufenden Aufträgen frühzeitig zu erkennen. Dazu sind unsere Projektleiter außerdem mit entsprechenden Management-Werkzeugen ausgestattet. Entscheidungen verbinden sich mit klar strukturierten Genehmigungsprozessen.

Auch bei Aufträgen mit neu konstruierten Produkten gehen wir sowohl technische als auch finanzielle Risiken ein. Die erstgenannten Risiken grenzen wir insoweit ein, als wir bei Entwicklungsarbeiten Zwischenschritte definieren und Teillösungen einer Prüfung unterziehen. Dies gilt auch für Pumpen, die wir im Rahmen eines über mehrere Jahre laufenden Großauftrages für den Bau eines neuen Kraftwerkstyps in China bereitstellen. Finanzielle Risiken minimieren wir durch entsprechende Gestaltung der Verträge. Wir achten darauf, dass Anzahlungen unsere anfallenden Kosten decken. Für das ­Gewährleistungs- und Pönalerisiko bilden wir entsprechende Rückstellungen. Im Konzernabschluss 2017 waren es 51 Mio. €, im Jahr zuvor 50 Mio. €; darüber hinaus besteht kein weiteres wesentliches Restrisiko (Nettorisiko).

Grundsätzlich gewinnt auch der Schutz intellektuellen Eigentums in unserer zunehmend vernetzten Welt an Bedeutung. Einer wachsenden Gefährdung begegnen wir, indem wir frühzeitig Patente anmelden, Internet-Plattformen zum Verkauf von Pumpen und Armaturen überwachen sowie gegen etwaige Verletzer unserer Rechte juristisch vorgehen.

Chancen

Im Zuge der digitalen Transformation wird es möglich, mit neuen Produkten und Dienstleistungen Kundenanforderungen besser zu erfüllen und somit Wettbewerbsvorteile zu generieren. Diesem Zweck dient ein neues System zur Pumpenüberwachung, das wir im laufenden Jahr in den Markt bringen. Es übermittelt per Sensor erlangte Messwerte zur Auswertung in eine Cloud und erhöht für den Betreiber die Transparenz seines Maschinenbetriebs. Dies erlaubt es, Beeinträchtigungen und Schäden frühzeitig zu erkennen und entsprechende Maßnahmen einzuleiten. Das kann mittelfristig zu einer höheren Zahl an Serviceaufträgen führen. Die Einführung der neuen Cloudsoftware SAP C4C  versetzt uns außerdem in die Lage, Serviceprozesse besser zu steuern und Montageeinsätze exakt zu planen

Darüber hinaus bestehen gute Chancen, dass unsere Kunden 2017 neu eingeführte Produkte wie Hochdruckpumpen und Druckerhöhungsanlagen, Ölpumpen nach API-Standard, Abwasserpumpen mit hohen Wirkungsgraden sowie Unterwassermotorpumpen verstärkt nachfragen. Dies gilt ebenso für neue Armaturen zum Einsatz in Wasserpipelines, ANSI-Armaturen für Kraftwerke und Membranventile mit verbesserten Druckluftantrieben.

Der KSB BRASIL LTDA. eröffnen neue, hocheffiziente Abwasserpumpen die Chance, ihre Marktposition im Abwassermarkt gegenüber den Wettbewerbern zu verbessern.

Die Erweiterung unseres Programms an Gleitringdichtungen auf mehr als 30 Baureihen bietet die Möglichkeit, Pumpen für unterschiedlichste Anwendungen mit dieser Kernkomponente auszurüsten oder solche Dichtungen als Ersatzteile zur Verfügung zu stellen. Mit dem verstärkten Vertrieb dieser eigengefertigten Bauteile erhöhen wir die Wertschöpfungstiefe und damit den Ertrag unseres Pumpengeschäfts.

Finanzen / Liquidität

Risiken

Als weltweit agierender Konzern sind wir vielfältigen Währungsrisiken ausgesetzt. Diesen begegnen wir mit Kurssicherungsgeschäften. Allerdings bietet unser globales Produktionsnetz auch die Chance, von Währungseffekten zu profitieren und diese gegebenenfalls im Wettbewerb mit anderen Herstellern zu nutzen. Neben Währungsunsicherheiten spielen für uns die Zinsentwicklungen an den Kapitalmärkten eine Rolle. Bei variabel verzinsten Bankdarlehen begegnen wir dem Zinsänderungsrisiko durch eine entsprechende Absicherung unserer künftigen Zinszahlungsströme.

Die neben dem Euro wichtigsten Währungen für den KSB Konzern sind der US-Dollar, die indische Rupie, der brasilianische Real und der chinesische Yuan. Sollte der jeweilige Wechselkurs von unseren Planannahmen abweichen, hätte dies positive oder negative Effekte auf unser Geschäftsvolumen und auf unsere Ergebnissituation. Durch ein striktes Forderungsmanagement und den Einsatz von Warenkreditversicherungen vermeiden wir es, Forderungen gegenüber unseren Kunden nicht einbringen zu können.

Risiken hinsichtlich Margen und Liquidität sind typisch für das Projektgeschäft. Neben dem anhaltenden Druck auf unsere Verkaufspreise, der die Gewinnspannen verkleinert, gehören dazu ungünstige Vertragskonditionen wie reduzierte Anzahlungen und schärfere Pönalebedingungen. Da wir unsere Genehmigungsprozesse in der Angebotsphase genau beachten, minimieren wir dieses Risiko. Dies versetzt uns zugleich in die Lage, Liquiditätsengpässe zu erkennen und zu vermeiden. Gegebenenfalls sichern wir ausreichende Liquidität, indem wir frühzeitig entsprechende Kreditlinien vereinbaren.

Anhaltende Rezessionen oder neu aufkommende Krisenherde können die Finanzsituation unserer Kunden beeinträchtigen. Hieraus resultierende Zahlungsverzögerungen sowie Forderungsausfälle, die im Geschäftsjahr als „bedeutsam“ bewertet wurden, würden unsere Ertragslage belasten. Der gleiche Effekt entstünde, wenn sich Devisenbestimmungen einzelner Länder verschärften. Diesem begegnen wir durch ein striktes Forderungsmanagement und intensive Kundenkontakte.

Sich ändernde Marktgegebenheiten machen es immer wieder erforderlich, bestehende Geschäftsmodelle grundsätzlich zu überprüfen. Dies kann auch dazu führen, dass wir unser Produktprogramm entsprechend anpassen.

Bei Steuersachverhalten ist die weltweite Ausrichtung unserer Aktivitäten zu berücksichtigen. Aufgrund unserer operativen Tätigkeit in einer Vielzahl von Ländern mit unterschiedlichen Steuergesetzen und Verwaltungsauffassungen ist es erforderlich, die Bemessung unserer Steuerverbindlichkeiten differenziert zu beurteilen. Unsicherheiten bestehen möglicherweise aufgrund der unterschiedlichen Interpretation von Sachverhalten durch Steuerpflichtige einerseits und lokale Finanzbehörden andererseits. Diese können bei Betriebsprüfungen zutage treten. Durch eine enge Zusammenarbeit mit externen lokalen Steuerspezialisten begegnen wir diesem als „bedeutsam“ eingestuften Risiko steuerlicher Nachzahlungen. Da wir unklare Sachverhalte fortlaufend kontrollieren, können wir regelmäßig eine entsprechende Einstufung der Eintrittswahrscheinlichkeit vornehmen. Sollte sich daraus ein Nachzahlungsbedarf ergeben, bilden wir rechtzeitig entsprechende Rückstellungen. Im Konzernabschluss 2017 sind für solche Sachverhalte, die als bedeutsames oder neutrales Risiko eingestuft werden, 0 Mio. € (Vorjahr 1,3 Mio. €) berücksichtigt; darüber hinaus bestehen Eventualschulden von voraussichtlich 1,6 Mio. € (Vorjahr 7,4 Mio. €).

Beschaffung

Risiken

Rohstoffpreise und Beschaffungszeiten unterliegen starken marktbedingten Schwankungen. Dies kann unsere Ergebnissituation dann negativ beeinflussen, wenn es uns nicht gelingt, Kostensteigerungen zu kompensieren oder an unsere Kunden weiterzugeben. Auch Verzögerungen oder Engpässe in unserer Versorgungskette für Rohstoffe und Komponenten können unsere geschäftlichen Aktivitäten beeinträchtigen. Wenn wir nicht zeitnah von sinkenden Beschaffungspreisen profitieren, würde sich, bei anhaltendem Druck auf die Verkaufspreise unserer Produkte, die Ertragslage verschlechtern.

Im Rahmen unserer Beschaffungsstrategie achten wir auch darauf, Abhängigkeiten von Lieferanten zu vermeiden und so dem Risiko eines Lieferantenausfalls entgegenzuwirken. Sollten die lokalen Gegebenheiten keine ausreichende Lieferantendiversifizierung ermöglichen, greifen wir auf zusätzliche ausländische Geschäftspartner zurück. In ausgewählten Fällen verlagern wir auch externe Fachkompetenz in das eigene Unternehmen, nicht zuletzt, um unsere Kapazitäten bestmöglich zu nutzen.

Auch unsere Zulieferer entwickeln ihr Produktspektrum weiter. Dies verbindet sich fallweise mit einer geänderten Beschaffenheit der von uns benötigten Materialien. Hier prüfen wir eventuelle Auswirkungen auf die Qualität unserer Produkte. Ergeben sich Risiken, reservieren wir, soweit möglich, höhere Stückzahlen in der ursprünglichen Materialzusammensetzung und evaluieren alternative Bezugsquellen.

Chancen

Prozessverbesserungen und neue Formen des globalen Einkaufs von Materialien und Dienstleistungen sind wesentliche Elemente unseres Effizienzsteigerungsprogramms. Der Verringerung der Kosten dienen dabei zunehmend Online-Auktionen, in denen sich aufgrund des starken Konkurrenzdrucks günstige Einkaufspreise erzielen lassen. Die mit vergleichsweise geringem Personalaufwand steuerbaren Prozesse verringern die indirekten Beschaffungskosten und bieten die Chance einer hohen Transparenz der Lieferantenauswahl, in die wir so eine große Zahl von Anbietern einbinden.

Technologie / Forschung und Entwicklung

Risiken

Für unsere erfolgreiche Zukunft ist es essenziell, über ein Produkt- und Leistungsprogramm zu verfügen, das in Technik, Preis und Lieferzeit marktgerecht ist. Die sich ändernden Bedürfnisse unserer Kunden wie auch neue Normen und Vorschriften – gerade in zukunftsträchtigen Märkten wie China – erfordern es, unsere Erzeugnisse sowie unsere Leistungen kontinuierlich weiterzuentwickeln und zu verbessern. Die für Anpassungen nötige Forschung und Entwicklung verbrauchen erhebliche finanzielle Mittel und personelle Ressourcen, ohne dass ein mittel- und langfristig erfolgreicher Einsatz garantiert ist.

Um negative Auswirkungen auf die Ertragslage zu vermeiden, ist es wichtig, die marktbedingten oder technischen Risiken frühzeitig zu erkennen. Hierfür aktualisieren wir ständig unseren Entwicklungsprozess, zu dem verschiedene Kontrollstufen gehören. Da in diesen Prozess regelmäßig Mitarbeiter aus dem Verkauf eingebunden sind, können Risiken, die aus zwischenzeitlichen Veränderungen in den Märkten oder Anwendungsbereichen resultieren, rechtzeitig in die Beurteilung einfließen.

Chancen

In unserem „Business Innovation Lab“  entwickeln wir auf Basis digitaler Technologien neue Geschäftsmodelle. Ziel ist es, den Kunden mittels anlagenbezogener Daten intelligente Problemlösungen im Flüssigkeitstransport zu bieten und zugleich für eine hohe Sicherheit und Transparenz ihrer Prozesse zu sorgen. In einer Testphase überprüfen wir diese Modelle auf ihre funktionsgerechte Technik und Marktreife hin, um neue geschäftliche Chancen zu erschließen.

Unter anderem befassen wir uns mit Anwendungssoftware („Apps“) zur Fernbedienung unserer Produkte, der elektronischen Veränderung von Festdrehzahlen – als Alternative zu mechanischen Anpassungen – sowie der Miniaturisierung der Leistungselektronik und deren Integration in den Motor. Speziell diesem Zweck dienen neuartige Kühlkonzepte und verlustreduzierte Halbleiter. Erstmals bringen wir im laufenden Jahr ein cloudbasiertes System zur Pumpenüberwachung auf den Markt, das den Nutzern strukturierte Informationen und frühzeitige Warnhinweise zur Verfügung stellt. Wir sehen Chancen, für diese Neuentwicklung bereits 2018 in nennenswertem Umfang Aufträge zu erhalten.

Zur Bedienung unserer Kunden in der Öl- und Gasindustrie haben wir 2017 einen Schwerpunkt auf die Entwicklung von Pumpen nach dem Standard API 610 gelegt und unser Downstream-Programm weiter ergänzt. Dies eröffnet uns die Möglichkeit, zusätzliche Aufträge zu gewinnen. Erste Auftragserfolge für neue API-Pumpen verzeichneten wir bereits 2017.

Bei Pumpen für die Energietechnik lag 2017 ein Fokus unserer Entwicklungsarbeit auf Produktanpassungen, um Gas-und-Dampf-Kraftwerke in Nordamerika mit der gewünschten Technik zu bedienen. Hierzu haben wir unser Programm um neue Varianten von Speise- und Kondensatpumpen erweitert. Auf Basis dieser technischen Entwicklungen rechnen wir damit, den Absatz in diesem Einsatzbereich zu erhöhen.

Zur Bereitstellung großer Rohrgehäusepumpen in den gewünschten Spezifikationen haben wir eine eigene Entwicklungsmannschaft aufgebaut. Sie ermöglicht es, im Projektgeschäft auch kundenspezifische Varianten dieses Produktes in engen Zeitrahmen herzustellen. Aufträge für diesen Pumpentyp erreichten uns 2017 außer zur Kühlwasserversorgung auch für den Hochwasserschutz. Dieser wird mit der Klimaerwärmung an Bedeutung zunehmen. Um das Geschäft mit Rohrgehäusepumpen auszubauen, treiben wir aktuell die Entwicklung „fischfreundlicher“ Propeller voran. Sie werden die Einsatzmöglichkeit dieser Pumpen erweitern.

Rapid Manufacturing“ wird die Verfügbarkeit von Bauteilen verändern. Mit vorhandenen CAD-Daten ist es heute möglich, die Komponenten von Pumpen und Armaturen an jedem Ort der Welt herzustellen. Wir haben in der Nutzung additiver Fertigungsverfahren 2017 weitere Fortschritte erzielt und werden im laufenden Jahr eine große Edelstahl-Pulverbett-3D-Anlage installieren. Der Einsatz dieser Technologie macht es möglich, Kunden neue Fertigungsalternativen anzubieten und entsprechende Aufträge zu erhalten.

Andere unternehmensspezifische Risiken – Umwelt

Risiken

Unsere Geschäftstätigkeit unterliegt vor allem im Bereich der Produktion zahlreichen Umweltschutzgesetzen und -vorschriften. Durch Umweltschäden jeglicher Art (beispielsweise Grundwasserverschmutzungen, Sanierungsbedarf wegen veralteter Baustoffe oder Geruchsbelästigungen bei dem Einsatz von Chemikalien) können Verluste entstehen, die nicht durch eine Versicherung gedeckt sind. Daher überwachen Beauftragte an allen Standorten die Einhaltung der Gesetze und Vorschriften sowie der KSB-internen Regeln, die teilweise über die vorgegebenen Umweltstandards hinausgehen. Stellen wir Belastungen fest, bilden wir Rückstellungen, um Verpflichtungen für notwendige Sanierungen gerecht zu werden. Im Konzernabschluss 2017 betrugen diese knapp 0,2 Mio. € für bedeutsame oder neutrale Risiken.

Bei Akquisitionsprojekten überprüfen wir Liegenschaften vor einem Kauf auf mögliche Altlasten. Kritische Sachverhalte berücksichtigen wir mittels entsprechender vertraglicher Regelungen mit dem Verkäufer und leiten in Absprache mit diesem entsprechende Maßnahmen ein.

In Märkten mit sich verschärfenden umweltrechtlichen Regulierungen gibt es grundsätzlich die Gefahr, dass es durch unsere Produkte und eigene oder zugekaufte Dienstleistungen zu Verstößen kommt, durch die wir die für diese Geschäfte notwendige Genehmigung verlieren und unsere Reputation schädigen. Auch veränderte Haftungsregelungen im Umweltschutz können die Risiken für unseren Geschäftserfolg erhöhen. Über sich anbahnende umweltrechtliche Neuerungen informieren wir uns daher frühzeitig als Mitglied in nationalen und internationalen Fachverbänden. Ferner existieren in unseren Landeseinheiten sogenannte Rechtskataster, die wir permanent pflegen. So stellen wir sicher, dass sich unsere Mitarbeiter an das jeweils geltende Recht halten. Im Rahmen der Managementzertifizierungen überwachen dies außerdem externe Auditoren.

Chancen

Umweltbewusstes Handeln verbindet sich bei KSB mit einem aktiven und vorausschauenden Handeln sowie betriebsinternen Prozessen, die dauerhafte Kostensenkungen ermöglichen. Dies gilt beispielsweise für alle Maßnahmen, den Energieverbrauch in der Produktion, im Service und in den Verwaltungsbereichen zu verringern. Umgekehrt bieten wir den Anwendern unserer Produkte die Chance, ihre Stromkosten zu reduzieren, indem sie energieeffiziente KSB-Produkte wählen.

Von den Herstell- und Verarbeitungsverfahren produzierender Unternehmen können grundsätzlich Gefahren für Mensch und Natur ausgehen. Unser globales Umweltmanagementsystem bietet uns die Chance, diese Risiken frühzeitig zu erkennen und rechtzeitig Schutzmaßnahmen einzuleiten. Damit beugen wir nicht nur Umweltschäden, sondern auch deren finanziellen Folgen vor.

Mit einem funktionierenden und zertifizierten Umweltmanagementsystem erfüllen wir darüber hinaus eine Forderung zahlreicher öffentlicher Auftraggeber, großer Unternehmen und ganzer Branchen wie der Automobilindustrie. Für diese ist der Nachweis eines Umweltmanagements ein zunehmend wichtigeres Kriterium bei der Auswahl ihrer Lieferanten. Indem wir unsere Produktions- und Servicewerke durch Auditoren überprüfen und nach internationalen Normen zertifizieren lassen, erhalten sowohl wir als auch unsere Kunden eine hohe Gewissheit, dass die KSB-Betriebe umweltgerecht handeln. Unsere Mitgliedschaft im UN Global Compact  entspricht ebenfalls den Erwartungen auf Kundenseite und verbessert unsere Auftragschancen bei Unternehmen, die ihre Lieferanten unter anderem im Hinblick auf ihre Verantwortung für Umwelt und Gesellschaft aussuchen.

Andere unternehmensspezifische Risiken – Personal, Recht und IT

Risiken

Um unsere Geschäftsziele zu erreichen, benötigen wir an allen unseren Standorten qualifizierte Mitarbeiter, zu denen beispielsweise technische Spezialisten gehören. Aufgrund des demografischen Wandels in einigen Ländern nimmt der Wettbewerb um diese und andere hochqualifizierte Fachkräfte zu. Er wird sich in Phasen eines wirtschaftlichen Aufschwungs noch verschärfen. Wir begegnen diesem Risiko mit bedarfsorientierten Maßnahmenplänen, einer systematischen Personalplanung und internationalen Rekrutierungsprozessen.

Sich ändernde Marktbedingungen können einen negativen Einfluss auf den Finanzierungsstatus unserer Pensionsverpflichtungen haben. Gerade starke Schwankungen der zur Bewertung heranzuziehenden Kapitalmarktzinsen können sich auf das Jahresergebnis sowie das bilanzielle Eigenkapital erheblich auswirken. Um dieses Risiko zu begrenzen, validieren wir alternative Modelle.

Wie alle Unternehmen muss KSB sich auf neue Marktgegebenheiten einstellen. Aktuell führen wir deshalb ein globales Effizienzsteigerungsprogramm durch, das auch einen Personalabbau beinhaltet. Indem wir in den betroffenen Bereichen nach sozialverträglichen Lösungen suchen und die Mitarbeiter über alle Schritte zeitnah informieren, wollen wir die Motivation der Belegschaft erhalten und den Weggang von Mitarbeitern aus Schlüsselpositionen verhindern.

Änderungen von Prozessen und der Aufbauorganisation, wie die Einführung von Shared-Service-Centern, erfordern klare Projektverantwortlichkeiten und valide Projektpläne sowie die Auswahl qualifizierter externer Partner. So lassen sich Startschwierigkeiten bei der Organisations- und Prozessumstellung vermeiden, die ansonsten die erwarteten Kostenvorteile verringern könnten.

Zu den Risiken im Zusammenhang mit der Tätigkeit unserer Mitarbeiter können prinzipiell auch ein unredliches Verhalten oder Verstöße gegen Rechtsvorschriften gehören. Diese wären geeignet, das Ansehen von KSB zu schädigen. Durch wiederholte Compliance-Schulungen und gezielte Einzelmaßnahmen in kritischen Regionen beugen wir diesen Risiken vor und sichern die Reputation bei unseren Kunden.

Instandhaltungsrisiken, die zu Produktionsausfällen oder gesundheitlichen Schäden für Personen führen könnten, begegnen wir, indem wir diese ständig überwachen und sobald sich hieraus notwendige Sanierungsarbeiten ergeben, setzen wir diese zeitnah um. So überarbeiten wir aktuell unsere Heizungsanlagen und planen Baumaßnahmen für unsere Dachflächen am Standort Frankenthal.

Im Rahmen unserer Geschäftstätigkeit lassen sich Rechtsstreitigkeiten nicht immer vermeiden. Dabei handelt es sich üblicherweise um Streitfälle aus dem operativen Geschäft, in der Regel bei unklaren Gewährleistungsfragen. Erwarten wir aus diesen Sachverhalten negative Auswirkungen auf unseren Geschäftserfolg, bilden wir entsprechende Rückstellungen, die neben der zu erwartenden Schadenshöhe auch die Prozesskosten beinhalten. Um ein Nettorisiko auszuschließen, sind im Konzernabschluss 2017 für solche als bedeutsame oder neutrale Risiken eingestuften Fälle rund 1 Mio. € (Vorjahr 3 Mio. €) berücksichtigt. Weiterhin haben wir Rückstellungen für Streitfälle mit Behörden und für Personalangelegenheiten von insgesamt nochmals knapp 3 Mio. € (Vorjahr 2 Mio. €) gebildet, sofern wir sie im Sinne unserer Risikobewertung als bedeutsam oder neutral einschätzen. Insgesamt stufen wir das Risiko aus Rechtsstreitigkeiten im Geschäftsjahr als bedeutsam ein.

Schwerwiegende geschäftliche Nachteile können infolge der Manipulation und des Verlusts elektronischer Daten entstehen. Wir begrenzen dieses Risiko durch adäquate Sicherungssysteme und Zugangsverfahren. Eine verstärkte Zentralisierung der IT-Systeme unserer verschiedenen Geschäftseinheiten hilft uns hierbei. Damit setzen wir hohe Sicherheitsstandards und verringern so das Risiko für Datenverluste oder -beschädigungen.

Chancen

Um erfolgreich zu bleiben, müssen wir kontinuierlich nach Chancen suchen, unsere Leistungen für die Kunden zu optimieren, Prozesse zu vereinfachen und Kosten zu senken. Hier geben Ideen und Verbesserungsvorschläge der Mitarbeiter wichtige Impulse. Damit aus solchen Ideen Innovationen werden, haben wir 2017 ein internetbasiertes Portal zum Ideenmanagement ins Leben gerufen. Dessen Ziel ist es, mehr Mitarbeiterideen zu generieren und durch andere Nutzer des Portals kommentieren und erweitern zu lassen. Das zunächst in Deutschland eingeführte Instrument werden wir globalisieren und auf diesem Weg das Ideenpotenzial unserer Beschäftigten weltweit nutzen.

WESENTLICHE CHANCEN UND RISIKEN NACH SEGMENTEN

Die Chancen und Risiken für die Segmente Pumpen, Armaturen und Service werden, wie bereits im Vorjahr, am stärksten durch die konjunkturelle Entwicklung beeinflusst. Nach wie vor ist die künftige Entwicklung in China für uns von Bedeutung. Wesentlich für Pumpen und Armaturen sowie in abgemilderter Form für den Service sind Unsicherheiten hinsichtlich des politischen Risikos. Im Vergleich zum Vorjahr schätzen wir die politische Lage in einigen Ländern der Welt als nicht mehr wesentlich für das Geschäft des KSB Konzerns ein, jedoch bleiben politische Entscheidungen in China bezüglich der Energieprojekte und die weiterhin stark belasteten Ost-West-Beziehungen für uns bedeutsame Risiken. Auch ein sich verschlechterndes Zahlungsverhalten birgt entsprechendes Risikopotenzial für künftige Geschäfte. Für unsere bedeutsamste Einflussgröße, die konjunkturelle Entwicklung, hat sich unsere Risikoeinschätzung gegenüber dem Vorjahr insoweit verändert, dass die Entwicklung des Ölpreises kein wesentliches Risiko mehr für den KSB Konzern darstellt. Mittlerweile gehen wir davon aus, dass sich der Ölpreis auch in den nächsten Jahren nicht vollständig erholen wird, und haben diese Entwicklung in unsere Strategie implementiert. Ein sich besser als erwartet entwickelnder Ölpreis hätte jedoch voraussichtlich positive Auswirkungen auf unser Geschäft. Die konjunkturelle Entwicklung im Allgemeinen bleibt weiterhin aufgrund der schweren Einschätzbarkeit das für uns wesentlichste Risiko. Im Gegenzug erhoffen wir uns auch weiterhin von unseren wachstumsfördernden Maßnahmen, dass diese das Erreichen unserer Ziele wesentlich unterstützen. Rezessionen und einen verschärften Wettbewerb spüren oftmals auch unsere Kunden, was deren Zahlungsfähigkeit in Einzelfällen beeinträchtigen kann.

Negative Währungsveränderungen in Wachstumsländern könnten unsere Exporte, insbesondere die aus unseren europäischen Werken, gefährden. Dies würde es aber auch ermöglichen, dass unsere Produktionsstätten in den betroffenen Ländern von solchen Entwicklungen profitieren und ihrerseits verstärkt exportieren.

RISIKOBERICHT ÜBER DIE VERWENDUNG VON ­FINANZINSTRUMENTEN

Das zentrale Finanzmanagement des KSB Konzerns erfüllt seine Aufgaben innerhalb des vom Vorstand vorgegebenen Handlungsrahmens. Wir richten unsere finanziellen Transaktionen in Art und Umfang strikt auf die Erfordernisse unseres Geschäftes aus; dabei tätigen wir keine Geschäfte mit spekulativem Charakter. Ziel ist es, jederzeit die Liquidität sicherzustellen und unsere Aktivitäten zu optimalen Bedingungen zu finanzieren. Exportgeschäfte tätigen wir unter bestmöglicher Absicherung der Währungs- und Bonitätsrisiken. Unser Forderungsmanagement arbeitet mit ständig verbesserten Methoden daran, unsere Außenstände termingerecht einzubringen.

Aufgrund unseres Geschäftes müssen wir uns mit folgenden finanzwirtschaftlichen Risiken auseinandersetzen:

Einerseits unterliegen wir dem sogenannten Kreditrisiko. Hierunter verstehen wir den möglichen Ausfall oder verspäteten Eingang vertraglich vereinbarter Zahlungen. Darüber hinaus besteht ein Liquiditätsrisiko. Dies zeigt sich darin, dass ein Unternehmen seine finanziellen Verpflichtungen nicht oder nicht vollständig erfüllen kann. Ferner sind wir dem sogenannten Marktpreisrisiko ausgesetzt. Währungs- oder Zinsänderungen können einen negativen Einfluss auf die wirtschaftliche Lage des Konzerns haben. Risiken von Wertpapier-Kursschwankungen sind für uns nicht wesentlich.

Um Risiken aus Geschäften mit unterschiedlichen Währungen zu verringern, ergreifen wir Maßnahmen zur Kurssicherung. Dafür nutzen wir in erster Linie Devisenterminkontrakte sowohl für bereits bilanzierte Geschäfte als auch für zukünftige Zahlungsströme aus noch abzuwickelnden Aufträgen. Zur Abdeckung der Währungsrisiken bestehen zum Jahresende Devisentermingeschäfte mit einem Nominalvolumen von insgesamt 276,5 Mio. € (Vorjahr 269,8 Mio. €). Überwiegend sind Fremdwährungspositionen in US-Dollar gesichert. Indem wir unsere Produktionsstandorte weltweit stärken, können wir eine „natürliche“ Währungssicherung bei weiter volatilen Devisenmärkten realisieren.

Um Zinsänderungsrisiken zu minimieren, haben wir Zinsswaps abgeschlossen, mit denen wir Zahlungsströme aus Grundgeschäften in Höhe von 0,0 Mio. € (Vorjahr 39,5 Mio. €) absichern. Grund- und Sicherungsgeschäfte stimmen hinsichtlich ihrer variablen Zinsbindung und Fälligkeit (1 Jahr) überein.

All diese Risiken begrenzen wir mittels eines adäquaten Risikomanagementsystems. Durch Richtlinien und Arbeitsanweisungen regeln wir den Umgang mit diesen Risiken. Darüber hinaus überwachen wir ständig die aktuellen Risikoausprägungen und geben die gewonnenen Erkenntnisse in Form standardisierter Berichte sowie individueller Analysen an Vorstand und Aufsichtsrat weiter.

Weitere Informationen zu den drei Risikobereichen und der bilanziellen Auswirkung finden Sie im Konzernanhang im Kapitel „VI. Zusätzliche Angaben zu den Finanzinstrumenten“.

GESAMTBEURTEILUNG DER CHANCEN UND RISIKEN

Die Chancen und Risiken des KSB Konzerns werden ganz wesentlich von gesamtwirtschaftlichen Einflussfaktoren und deren Effekten auf die weltweiten Maschinenbaumärkte und den Wettbewerb geprägt.

Die gesamte Risikolage hat sich im Vergleich zum Vorjahr etwas reduziert. Dies ist darauf zurückzuführen, dass wir den Ölpreis nicht mehr als wesentliches Risiko einschätzen. Insgesamt gehen wir für das nächste Jahr von einer Konjunkturentwicklung analog der IWF  -Prognose aus. Unsere Strukturmaßnahmen werden uns bei der Erreichung unserer Ziele zusätzlich unterstützen. Eine nachlassende Konjunkturdynamik in den Wachstumsmärkten sowie politische Entwicklungen stellen allerdings, wie bereits in der Risikosituation nach Segmenten beschrieben, weiterhin Risiken dar. Gleiches gilt für geopolitische Instabilitäten, Entscheidungen über Sanktionen und volatile Währungen. Die genannten Sachverhalte hätten sowohl negative Effekte auf unser Geschäftsvolumen als auch auf das geplante Ergebnis.

Der KSB Konzern baut in diesem Umfeld weiter auf seine Fähigkeit, Kapazitäten und Ressourcen flexibel den sich ändernden Marktbedingungen anzupassen. Um im Wettbewerb dauerhaft zu bestehen, sind für uns eine solide finanzielle Position sowie effiziente Kostenstrukturen von zentraler Bedeutung. Wir sind überzeugt, dass wir die sich aus den oben genannten Risiken ergebenden Herausforderungen weiterhin erfolgreich meistern können.

Das vorhandene Risikomanagementsystem sowie die damit im Zusammenhang stehenden organisatorischen Maßnahmen erlauben es dem Vorstand, Risiken zeitnah zu erkennen und adäquate Maßnahmen einzuleiten. Der Fokus der Aktivitäten im Jahr 2018 wird angesichts der teilweise unsicheren Entwicklung unverändert auf dem Management der Marktrisiken liegen. Der Vorstand stellt auf Basis des vom KSB Konzern etablierten Risikomanagementsystems wiederum fest, dass zum jetzigen Zeitpunkt keine Risiken erkennbar sind, die zu einer dauerhaften und wesentlichen Beeinträchtigung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des KSB Konzerns führen könnten.

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