FINANZ- UND VERMÖGENSLAGE

FINANZLAGE

Die Finanzlage des KSB Konzerns zeigt sich unverändert gut, was sich in einer konstant hohen Eigenkapitalquote ausdrückt.

Eigenkapital

Der KSB Konzern ist mit einem Eigenkapital von 885,4 Mio. € (Vorjahr 890,3 Mio. €) ausgestattet. Darin enthalten ist wie im Vorjahr das Gezeichnete Kapital der KSB AG mit 44,8 Mio. €. Die Kapitalrücklage beträgt unverändert 66,7 Mio. €. Unsere Gewinnrücklagen belaufen sich auf 611,9 Mio. € (Vorjahr 614,2 Mio. €); hierin sind die Anteile der Aktionäre der KSB AG am Ergebnis nach Ertragsteuern mit 37,2 Mio. € (Vorjahr 32,9 Mio. €) enthalten. Auf die nicht beherrschenden Anteile anderer Gesellschafter entfallen 162,1 Mio. € (Vorjahr 164,6 Mio. €). Aufgrund der gegenüber dem Vorjahr um 4,1 % geringeren Bilanzsumme ist die Eigenkapitalquote auf 39,3 % leicht angestiegen (im Vorjahr 37,9 %).

Die nicht beherrschenden Anteile anderer Gesellschafter resultieren im Wesentlichen aus den Gesellschaften KSB Pumps Limited / Indien, GIW Industries, Inc. / USA, KSB America Corporation / USA und KSB Shanghai Pump Co., Ltd. / China.

Schulden

Größter Posten der Schulden sind weiterhin die Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer und darin wiederum die Pensionsrückstellungen, die sich nur unwesentlich um 2,6 Mio. € von 589,5 Mio. € auf 586,9 Mio. € verändert haben. Eine Vielzahl der im KSB Konzern vorhandenen Pensionspläne sind leistungsbezogene Modelle. Die damit verbundenen Risiken wie demografischer Wandel, Inflation und Gehaltssteigerungen reduzieren wir, indem wir beispielsweise für neues Personal vermehrt beitragsorientierte Pläne einsetzen.

Für aktuelle Rentenempfänger und unverfallbare Anwartschaften ausgeschiedener Mitarbeiter betragen unsere Verpflichtungen ungefähr 40 % des Bilanzansatzes. Der Rest sind Anwartschaften unserer aktiven Mitarbeiter.

39,3%
 Eigenkapitalquote 2017

Die übrigen Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer, die mehrheitlich kurzfristigen Charakter haben, sind auf 101,5 Mio. € (Vorjahr 86,9 Mio. €) gestiegen.

Auch bei den Sonstigen Rückstellungen, die wir nahezu ausschließlich für kurzfristige ungewisse Verbindlichkeiten gebildet hatten, zeigt sich ein stabiles Bild (99,8 Mio. € nach 99,6 Mio. € im Jahr 2016). Einen Anstieg bei den Rückstellungen für Garantieverpflichtungen und Pönalien sowie Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften haben rückläufige Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen sowie Rückstellungen für übrige Verpflichtungen kompensiert.

Die langfristigen Finanzschulden haben sich um 3,7 Mio. € auf 54,3 Mio. € verringert, was auf den Abbau von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten zurückzuführen ist. Das Schuldscheindarlehen, das noch 48,0 Mio. € beträgt, wird voraussichtlich in den Jahren 2019 und 2021 zurückgezahlt.

Die kurzfristigen Verbindlichkeiten haben sich insgesamt um 102,7 Mio. € vermindert (510,8 Mio. €, nach 613,5 Mio. € zum Jahresende 2016). Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind trotz des gestiegenen Geschäftsvolumens nur wenig auf 212,0 Mio. € (im Vorjahr 210,8 Mio. €) gestiegen. Die Sonstigen nicht finanziellen Verbindlichkeiten erhöhten sich (+ 7,2 Mio. €), jedoch verringerten sich die Sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten in gleichem Maße (– 7,9 Mio. €). Der Abbau bei den kurzfristigen Finanzschulden um 98,0 Mio. € erklärt sich mit der bereits erwähnten planmäßigen Rückführung des Schuldscheindarlehens. Berücksichtigt man den Rückgang der Bilanzsumme, beträgt der Anteil der kurzfristigen Verbindlichkeiten am Gesamtkapital 22,7 % (Vorjahr 26,1 %).

Investitionen

Die Zugänge bei den Immateriellen Vermögenswerten in Höhe von 12,5 Mio. € (Vorjahr 10,0 Mio. €) betrafen wie im Vorjahr vor allem Geleistete Anzahlungen und aktivierte Eigenleistungen für eine neue Software zum Einsatz im Vertrieb.

Die Sachanlageninvestitionen sind im Berichtsjahr mit 89,4 Mio. € deutlich höher als im vorangegangenen Jahr mit 72,2 Mio. €. Die höchsten Zugangswerte entfielen mit 29,0 Mio. € auf Technische Anlagen und Maschinen (Vorjahr 21,1 Mio. €). Weitere 20,4 Mio. € betrafen Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau (Vorjahr 23,6 Mio. €). Schwerpunkt unserer Investitionstätigkeit war wie 2016 die Region Europa, hier hauptsächlich Deutschland und Frankreich. Außerhalb Europas wiesen unsere Werke in Indien (hier insbesondere das neue Werk in Shirwal), in Pakistan, den USA und in China die höchsten Zugänge aus. Die Grundsätze für die Bemessung der Abschreibungen haben wir im Berichtsjahr beibehalten.

Nettofinanzposition

Wegen rückläufiger Forderungen aus Lieferungen und Leistungen hat sich die Nettofinanzposition mit 288,0 Mio. €, nach 259,5 Mio. € im Vorjahr, erheblich günstiger entwickelt als vor zwölf Monaten vorhergesehen (240 bis 260 Mio. €).

Liquidität

Aus betrieblichen Tätigkeiten erzielten wir einen Cashflow von 120,7 Mio. €. Dieser war 13,8 Mio. € geringer als im Vorjahr. Ausschlaggebend war eine höhere Mittelbindung bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und anderen Aktiva und den Vorräten (im Vorjahr Mittelfreisetzung). Dem entgegen standen vor allem höhere erhaltene Anzahlungen und Rückstellungen, welche die Mittelbindung nicht kompensieren konnten.

288Mio. €
 Nettofinanzposition 2017

Die Abflüsse aus unserer Investitionstätigkeit waren gegenüber 2016 um 105,8 Mio. € geringer. Die Rückführung der Festgelder und Commercial Papers erhöhte den Cashflow deutlich. Entsprechend ist ein erheblich gestiegener Cashflow aus Investitionstätigkeiten von – 8,2 Mio. € (Vorjahr – 114,0 Mio. €) zu berücksichtigen.

Der negative Cashflow aus Finanzierungstätigkeiten hat sich stark erhöht. Er betrug – 106,0 Mio. € nach – 9,6 Mio. € im Vorjahr. Grund sind die planmäßigen Tilgungen des Schuldscheindarlehens.

In Summe aller Cashflows haben sich die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente von 288,9 Mio. € auf 289,5 Mio. € kaum verändert. Dabei spielten Wechselkursänderungen in Höhe von – 6,8 Mio. € (Vorjahr + 4,3 Mio. €) eine bedeutende Rolle.

Wir gehen davon aus, den vollen Umfang an Zahlungsausgängen auch künftig weitgehend aus dem operativen Cashflow bestreiten zu können. Damit erreicht unser Finanzmanagement aus heutiger Sicht das Ziel, jederzeit unsere Liquidität im Wesentlichen ohne zusätzliche externe Finanzierungsmaßnahmen sicherzustellen. Weitere Informationen zum Liquiditätsmanagement (beispielsweise Kreditlinien) finden sich im Kapitel „Risikobericht über die Verwendung von Finanzinstrumenten“ an anderer Stelle in diesem Konzernlagebericht.

Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle ­Verpflichtungen

Die außerbilanziellen Haftungsverhältnisse des KSB Konzerns betrugen zum Bilanzstichtag 16,1 Mio. € (Vorjahr 15,9 Mio. €). Dabei handelt es sich hauptsächlich um Besicherungsgarantien und Gewährleistungsverträge.

Sonstige über den Bilanzstichtag hinausreichende finanzielle Verpflichtungen mit außerordentlichem Charakter bestehen nicht. Lediglich aus langfristigen Miet-, Leasing- und Dienstleistungsverträgen (insbesondere Informationstechnologie und Telekommunikation), die für den Geschäftsfortgang notwendig sind, sowie dem Bestellobligo in Höhe von 12,2 Mio. € (Vorjahr 17,9 Mio. €) resultieren weitere finanzielle Verpflichtungen im üblichen Rahmen.

VERMÖGENSLAGE

Unsere Bilanzsumme verringerte sich um 4,1 % auf 2.253,4 Mio. €. Sowohl im langfristigen Vermögen (insbesondere bei Aktiven Latenten Steuern) als auch bei sonstigen finanziellen Vermögenswerten zeigten sich deutliche Rückgänge. Lediglich im Sachanlagevermögen und bei den Immateriellen Vermögenswerten sowie in den sonstigen nichtfinanziellen Vermögenswerten war ein Zuwachs zu verzeichnen.

Im Anlagevermögen sind 28,5 % der Mittel gebunden (im Vorjahr 27,3%). Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen mit Anschaffungswerten von 1.424,3 Mio. € (Vorjahr 1.393,1 Mio. €) stehen mit 614,3 Mio. € (Vorjahr 608,2 Mio. €) zu Buche. In den Immateriellen Vermögenswerten wirkte sich die bereits erwähnte Abschreibung auf den Geschäfts- und Firmenwert unserer Gesellschaft KSB Seil Co., Ltd., Korea mit 5,6 Mio. € vermindernd aus. Dies wurde durch Zugänge in den Geleisteten Anzahlungen auf immaterielle Vermögenswerte mehr als kompensiert, sodass die Immateriellen Vermögenswerte von 106,7 Mio. € auf 108,1 Mio. € gestiegen sind. Durch die Investitionen in das Sachanlagevermögen (89,4 Mio. €), die wie im Vorjahr über den Abschreibungen (60,9 Mio. €) lagen, hat sich diese Bilanzposition um 4,6 Mio. € erhöht. Der Bilanzwert der Finanziellen Vermögenswerte und der nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen ist insgesamt um 4,7 Mio. € auf 28,3 Mio. € gesunken. Dabei wirkten sich die nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen mit – 2,3 Mio. € aus. Die Aktiven Latenten Steuern sind auf 91,7 Mio. € (Vorjahr 112,2 Mio.€) zurückgegangen.

Aufwendungen Gesamtergebnisrechnung

Bilanzstruktur

Vorräte bilanzierten wir in Höhe von 461,9 Mio. €. Das sind 5,5 Mio. € weniger als zum Ende des Jahres 2016. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Unfertige Erzeugnisse verringerten sich, wohingegen Fertige Erzeugnisse und Waren angestiegen sind. Die Vorräte haben unverändert rund 20 % unserer Mittel gebunden.

Trotz des gestiegenen Geschäftsvolumens konnten die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und PoC um 1,0 Mio. € gegenüber dem Vorjahresultimowert zurückgefahren werden. Insgesamt entfallen − unter Berücksichtigung der Veränderung der Bilanzsumme − auf diese Bilanzposition rund 27 % (Vorjahr 26 %) der gesamten Aktiva.

Die Sonstigen finanziellen Vermögenswerte sind von 187,0 Mio. € auf 117,0 Mio. € gesunken, da wir die mit einer Laufzeit von 3 bis zu 12 Monaten angelegten Festgelder und Commercial Papers aufgelöst haben. Demgegenüber steht ein Anstieg der Steuererstattungsansprüche von 18,1 Mio. € auf 30,8 Mio. €. Es handelt sich bei diesem Anstieg um erhöhte Forderungen aus indirekten Steuern in Asien.

Rund 13 % des Vermögens betreffen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente. Sie sind mit 289,5 Mio. € (Vorjahr 288,9 Mio. €) bilanziert.

Die zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte sind im Geschäftsjahr weggefallen, da der Verkauf des Armaturengeschäfts unserer US-Tochter KSB AMRI, Inc. sowie einer chinesischen Gesellschaft erfolgten.

Inflation und Wechselkurseinflüsse

Zum Konsolidierungskreis gehörten keine Gesellschaften, deren Jahresabschlüsse um Inflationsauswirkungen zu bereinigen gewesen wären.

Die Währungsumrechnung der nicht in Euro aufgestellten Jahresabschlüsse der einbezogenen Konzerngesellschaften hat zu einem Differenzbetrag von – 54,1 Mio. € (Vorjahr + 20,2 Mio. €) geführt. Diesen haben wir ergebnisneutral in das Eigenkapital eingestellt.

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