Wirtschaftsbericht

GESAMTWIRTSCHAFTLICHE UND ­BRANCHENBEZOGENE RAHMEN­BEDINGUNGEN

Das Wachstum der globalen Wirtschaft hat sich im Berichtsjahr beschleunigt und mit + 3,7 % leicht besser entwickelt als vom Internationalen Währungsfonds (IWF) (+ 3,4 %) prognostiziert. Die Vorschauzahlen des IWF berücksichtigen wir regelmäßig in unserer jährlichen Wachstumsplanung. Der ökonomische Aufschwung erfasste 2017 im Unterschied zu den Vorjahren nahezu alle für die globale Ökonomie wichtigen Länder.

Unter den fortgeschrittenen Volkswirtschaften zeigten vor ­allem die Staaten der Eurozone (+ 2,4 %) sowie die USA (+ 2,3 %) eine gute Progression. Die Entwicklung in unserem europäischen Heimatmarkt war dabei weiterhin von einem schwachen Euro begünstigt, der die Exportindustrie stützte, sowie von niedrigen Zinsen. Diese erleichterten die Finanzierung von Investitionen in Industrie und Bauwirtschaft, die sich partiell auch auf unsere Branche auswirkten. Die deutsche Wirtschaft hat sich in diesem Umfeld mit einem Anstieg des Bruttoinlandsproduktes um 2,5 % besser entwickelt als erwartet. Dabei erhöhte sich die hiesige Industrieproduktion überproportional.

Die Wirtschaft in den Schwellenländern war, verglichen mit dem Vorjahr, tendenziell expansiver. Dabei profitierten die Exportländer für Rohstoffe und Energieträger von spürbar anziehenden Preisen. China und Indien als die beiden für KSB wichtigsten Märkte Asiens zeigten eine unterschiedliche Entwicklung: Während China seinen Aufschwung fortsetzte und mit 6,8 % die Wachstumsrate des Vorjahres leicht übertraf, verhinderten in Indien die Bargeldreform sowie die Einführung einer nationalen Mehrwertsteuer eine ähnliche Steigerung wie 2016. Allerdings blieb das indische Wirtschaftswachstum mit 6,7 % weiterhin auf hohem Niveau. In Brasilien, wo KSB unverändert führender Pumpenanbieter ist, zog nach einer dreijährigen Rezession die Nachfrage nach Industriegütern wieder an. Die Produktion in Russland zeigte gleichfalls einen Aufwärtstrend, allerdings bremsten die Sanktionen der westlichen Länder weiter die wirtschaftliche Entwicklung.

ANSTEIGENDE NACHFRAGE IN WICHTIGEN ABSATZBRANCHEN

Aufgrund der verbesserten Marktbedingungen holten Unternehmen Maßnahmen nach, um ihre technischen Anlagen zu erneuern oder zu erweitern. Dabei spielten Vorhaben zur Effizienzsteigerung und zur Erhöhung der Anlagensicherheit eine zentrale Rolle. Bei Anlagen zum Flüssigkeitstransport, die wir mit Pumpen und Armaturen ausrüsten, setzte sich der Trend zur Automatisierung fort.

In dem für unser Geschäft besonders wichtigen Industriemarkt stieg die Nachfrage insbesondere im verarbeitenden Gewerbe sowie in der Chemie und Petrochemie. Speziell in petrochemischen Unternehmen waren Nachholeffekte die Ursache verstärkter Investitionen.

Neben der Industrie bildete die Wasser- und Abwasserwirtschaft unseren zweiten Vertriebsschwerpunkt. In dieser Branche trafen unsere Verkäufer auf einen Markt mit einer deutlichen Nachfragebelebung im kommunalen Bereich; zudem führte die Inangriffnahme größerer Projekte der Wasserversorgung und Abwasserreinigung in China und Indien zu entsprechenden Auftragsvergaben.

Infolge der Erholung der Rohstoffpreise nahmen Bergbauunternehmen längere Zeit aufgeschobene Investitionen zur Modernisierung ihrer Anlagen vor. In Nordamerika kam die Gewinnung von Rohstoffen aus Ölsandvorkommen wieder in Fahrt. Diese ist für unser Geschäft mit Feststoffpumpen aus den USA relevant, die beim hydraulischen Transport des Rohmaterials sowie der Rückstände zum Einsatz kommen.

Unternehmen, die sich mit der Verflüssigung von Erdgas und dessen Verschiffung befassen, verzichteten wegen ihrer Überkapazitäten trotz ebenfalls anziehender Gaspreise noch weitgehend auf Investitionen. Dies erschwerte den Absatz unserer Hochleistungsklappen für Tieftemperaturbereiche.

In der Energiewirtschaft setzte sich der Trend zum Ausstieg aus der Kohle fort. Demgegenüber hatten Betreiber von Gas-und-Dampf-Kraftwerken, aber auch von Nuklearkraftwerken Bedarf an Ausrüstungsgütern und Serviceleistungen.

Weltmarkt für Kreiselpumpen und Armaturen

In der Bauwirtschaft, die von dem niedrigen Zinsniveau profitierte, stieg die Nachfrage nach gebäudetechnischen Ausrüstungsgütern weiter an. Dies war allerdings stärker im Wohnungsbau der Fall als bei der Ausrüstung gewerblicher und öffentlicher Bauten, in denen unsere Produkte schwerpunktmäßig zum Einsatz kommen.

BELEBUNG IM MASCHINENBAU

Nach einem 2016 noch stagnierenden globalen Maschinenumsatz registrierte das Forschungsinstitut Oxford Economics 2017 wieder einen Zuwachs um real 6 %. Dabei stiegen die Umsätze in den europäischen Kernländern Deutschland, Frankreich und Italien mit rund 2 bis 3 % moderat, während die Entwicklung in den Niederlanden, Großbritannien und mehreren osteuropäischen Staaten vergleichsweise kräftiger ausfiel.

In China erhöhte sich der Umsatz um 8 %, in Indien, trotz des schwächeren Wirtschaftswachstums, um 9 %. In Lateinamerika blieb die Entwicklung nach Überwindung der Rezession in Brasilien und Argentinien mit einem Zuwachs um nur etwa 1 % auf schwachem Niveau.

Konträr zum Aufschwung im Maschinenbau insgesamt entwickelten sich die weltweiten Umsätze deutscher Werke zur Herstellung von Flüssigkeitspumpen. Diese verringerten sich laut VDMA-Zahlen um 0,6 %. Die Umsätze von Industriearmaturen blieben mit einem Plus von 2,3 % ebenfalls hinter der Entwicklung der Gesamtbranche zurück.

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