GESCHÄFTSVERLAUF UND ERTRAGSLAGE

Mit der verstärkten Investitionstätigkeit unserer Kunden verbesserte sich unsere geschäftliche Ausgangslage gegenüber dem Vorjahr. Dies war besonders in der Industrie sowie in der Wasser- und Abwasserwirtschaft der Fall, den für uns strategisch wichtigsten Absatzmärkten. Darüber hinaus holten die Unternehmen im Bergbau in größerem Umfang bislang verschobene Investitionen nach.

Die Chancen der Märkte nahmen wir über die globale KSB-Verkaufsorganisation wahr, gestützt auf unseren weltweiten Fertigungsverbund und unsere Serviceorganisation sowie auf nationale Händlernetze.

AUFTRAGSEINGANG

Das Volumen der von KSB verbuchten Bestellungen vergrößerte sich im Berichtsjahr um 108,8 Mio. € auf 2.265,3 Mio. €. Diese Steigerung um 5,0 % entspricht unserer Erwartung einer „deutlichen Verbesserung“ des Auftragseingangs. Sie ist vor allem auf die Entwicklung unseres Geschäfts in der Wasser- und Abwasserwirtschaft, in der Industrie sowie im Bergbau zurückzuführen. Steigerungen erzielten wir aber auch mit Produkten und Dienstleistungen im Kraftwerksgeschäft sowie im Service für die Gebäudetechnik. Wechselkursänderungen stellten – anders in den Vorjahren – mit – 7,3 Mio. € nur eine geringe Einflussgröße dar.

Einen regionalen Schwerpunkt des Auftragseingangs bildete die Region Asien / Pazifik (+ 13,8 %). Die dort eingegangenen Bestellungen machten etwa die Hälfte des Zuwachses aus. Auch die Gesellschaften in den Regionen Europa und Amerika haben sich positiv entwickelt, wobei die amerikanischen Unternehmen (+ 9,0 %) prozentual stärker gewachsen sind als die Unternehmen in unserem europäischen „Heimatmarkt“ (+ 2,8 %). Die Orderentwicklung in der KSB AG (heute KSB SE & Co. KGaA) war mit + 3,8 % auf 780,0 Mio. € überdurchschnittlich; hier gaben Projektaufträge für die Belieferung von Kraftwerken und Industriebetrieben den Ausschlag. Die Unternehmen in der Region Mittlerer Osten / Afrika verzeichneten im Auftragseingang einen Rückgang um 7,7 %, unter anderem da einzelne Großkunden ihre Bestellungen direkt bei europäischen KSB-Unternehmen platzierten.

Pumpen

Der Auftragseingang im Segment Pumpen übertraf mit 1.473,6 Mio. € den Vorjahreswert um 87,0 Mio. €, was gemäß unserer Erwartung einer Steigerung um 6,3 % entspricht. Das durch vertriebliche Initiativen und die Einführung neuer Produkte intensivierte Pumpengeschäft profitierte dabei von der Erholung des Industriemarkts sowie der anhaltend guten Entwicklung der Wasser- und Abwasserwirtschaft. Im Bereich des Transports und der Reinigung verschmutzten Wassers konnte unser Vertrieb mit einer weiterentwickelten, besonders betriebssicheren Abwasserpumpen-Baureihe überzeugen. Für die Wasserwirtschaft nahmen wir neue Hochdruck- und Unterwassermotorpumpen ins Programm. Darüber hinaus wirkte sich die Verbreiterung unseres Angebots eigengefertigter Gleitringdichtungen positiv auf den Auftragseingang aus.

Die wieder steigenden Rohstoffpreise stärkten die Nachfrage aus dem Bergbau, den wir vor allem mit US-amerikanischen Feststoffpumpen bedienten. Hier verzeichneten wir mit einer Steigerung um 35,5 % die höchste Zuwachsrate im Segment Pumpen. Dabei standen kundenseitig Ersatzinvestitionen im Vordergrund; nur wenige Minenbetreiber nahmen Erweiterungsprojekte in Angriff. Unverändert schwierig blieb die Nachfragesituation im konventionellen Kraftwerksgeschäft; dort gingen die Auftragseingänge für Kesselspeise-, Kondensat- und Kühlwasserpumpen weiter zurück.

Armaturen

Im Segment Armaturen erzielten wir einen um 3,7 % höheren Auftragseingang; dieser stieg um 12,3 Mio. € auf 343,5 Mio. €. Unsere Erwartung einer deutlichen Verbesserung ist somit eingetreten. Den Schwerpunkt der Bestellungen für Ventile, Schieber und Klappen bildeten die Orders der Industrie. Dabei gingen auch von Unternehmen aus der Chemie und Petrochemie wieder vermehrt Aufträge ein. Gegenläufig wirkte sich der Verkauf des Armaturengeschäfts unserer US-Tochter KSB AMRI, Inc. aus, die sich in der Produktion und im Vertrieb von Chemieklappen engagiert hatte.

Die stärkste Steigerungsrate erzielten wir bei Aufträgen für energietechnische Ventile, Schieber und Klappen, darunter auch hochsichere Armaturen für Nuklearkraftwerke in Europa und Asien. Noch keine Besserung zeigte sich aus den genannten Gründen im Geschäft mit Tieftemperaturklappen für Flüssiggastanker und Verladestationen.

Service

Der Auftragseingang für Serviceleistungen stieg um 9,4 Mio. € auf 448,2 Mio. €. Dieser leichte Zuwachs um 2,1 % entsprach unserer Prognose eines gegenüber Pumpen und Armaturen schwächeren Wachstums im Service. Gegenläufig wirkten sich erwartungsgemäß der Verkauf einer französischen Servicegesellschaft Ende 2016 aus sowie die Integration mehrerer Serviceunternehmen in größere Einheiten in den USA und Frankreich. Im Süden der USA waren außerdem 2017 gleich drei Servicestandorte von den Auswirkungen des tropischen Wirbelsturms Harvey betroffen.

Die insgesamt deutlichsten Auftragszuwächse erzielten wir in der Wasser- und Abwasserwirtschaft sowie im Kraftwerkssektor. Insbesondere Energieversorger in China und Indien nahmen unsere Dienstleistungen vermehrt in Anspruch. Auch die Serviceaufträge aus dem Bergbau und der Gebäudetechnik stiegen an, lediglich die Industrieaufträge blieben leicht unter Vorjahr.

Regional besonders erfolgreich waren wir 2017 in Asien. Dort weiten wir unsere Servicestrukturen kontinuierlich aus und gewinnen so neue Kunden. 2017 gehörte dazu die Eröffnung eines Servicezentrums im Süden Chinas.

UMSATZ

Unser Konzernumsatz hat sich gegenüber dem Vorjahr um 39,3 Mio. € auf 2.205,0 Mio. € verbessert. Diese Steigerung um 1,8 % hat unsere Erwartung, den Vorjahreswert wieder zu erreichen, leicht übertroffen. Positiver Faktor war die Intensivierung unseres Installed-Base-Geschäfts, das einen höheren Anteil kurzzyklisch umsatzwirksamer Aufträge zur Folge hatte. Die Änderung der Wechselkurse hatte mit – 5,8 Mio. € nur einen geringen Einfluss auf die Umsatzhöhe.

Umsatzstärkste Region war mit einem Anteil von rund 57 % weiterhin Europa, wo insbesondere die KSB AG (heute KSB SE & Co. KGaA) und die KSB S.A.S. auch Aufträge aus außereuropäischen Ländern abwickelten. Insgesamt stieg der Umsatz der europäischen Gesellschaften um 1,4 %. Dabei steigerte sich die KSB AG mit einem Plus von 2,7 % auf 780,8 Mio. € (Vorjahr 760,6 Mio. €). Die stärkste Aufwärtsentwicklung zeigten die asiatischen Gesellschaften mit einem Zuwachs um 13,0 %. Rückläufig war dagegen die Umsatzentwicklung in Amerika (– 6,8 %) sowie in der Region Mittlerer Osten / Afrika (– 3,6 %).

Da, wie oben bereits beschrieben, die Effekte aus Fertigungsaufträgen im Geschäftsjahr 2017 auch auf Segmentebene dargestellt werden können, ist der Vergleich mit den Zahlen des Vorjahres leicht eingeschränkt.

Pumpen

Der Umsatz mit Pumpen erhöhte sich um 15,9 Mio. €, gleich 1,1 %, auf 1.444,4 Mio. €. Wachstumstreiber waren in erster Linie unsere Gesellschaften in Asien, wobei mehrere dortige Unternehmen auch Großaufträge fakturierten. Aufgrund der geringeren Anzahl an Projektaufträgen aus den Vorjahren bildeten aber das Breitengeschäft mit Standardprodukten sowie das Installed-Base-Geschäft die Basis unseres Pumpenumsatzes. Wichtige Wachstumsbranchen waren die Wasser- und Abwasserwirtschaft sowie der Bergbau, dem wir wieder in größerem Umfang Austauschpumpen und Ersatzteile lieferten. Unsere Erwartung eines deutlichen Rückgangs ist daher nicht eingetreten.

Armaturen

Der Anstieg im Auftragseingang hat sich im Berichtsjahr noch nicht auf den Umsatz ausgewirkt. Die im Projektgeschäft in den Vorjahren entstandene Auftragslücke konnten die Entwicklungen im Breiten- und im Installed-Base-Geschäft nicht kompensieren. Daher ging der Umsatz, anders als prognostiziert, noch einmal zurück. Er verringerte sich um 21,9 Mio. € und damit um 6,1 % auf 338,8 Mio. €. Hierbei wirkte sich auch der erwähnte Verkauf des Geschäfts unserer US-Armaturentochter KSB AMRI Inc. mit rund 7,5 Mio. € umsatzmindernd aus.

Umsatz nach Segmenten

Service

Der Umsatz mit Serviceleistungen entsprach unseren Erwartungen einer stabilen Entwicklung. Gingen wir zu Jahresbeginn davon aus, die anhaltend schwierige Auftragslage in der Energiewirtschaft sowie in der Öl- und Gasindustrie würde nur einen Umsatz auf Vorjahresniveau erlauben, verzeichneten wir im Jahresverlauf einen Zuwachs um 5,2 Mio. €. Das Umsatzvolumen stieg damit um 1,2 % auf 421,7 Mio. €. Insbesondere in der Region Asien / Pazifik konnten wir dabei auch von der Leistung unserer neuen Servicezentren profitieren.

ERGEBNIS VOR ZINSEN UND ERTRAGSTEUERN (EBIT)

Der KSB Konzern erwirtschaftete ein Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (EBIT) von 117,2 Mio. € (Vorjahr 88,2 Mio. €). Hierzu hat das Segment Pumpen mit einem EBIT von 79,9 Mio. € (Vorjahr 60,9 Mio. €) beigetragen. Damit ist die im Vorjahresbericht gestellte Prognose (deutlicher Anstieg) übertroffen worden. Im Segment Armaturen ist das EBIT, entgegen der Prognose eines erheblichen Zuwachses, nicht eingetreten, stattdessen ist das EBIT auf 0,1 Mio. € (Vorjahr 8,8 Mio. €) gesunken. Ursache hierfür stellt die Abschreibung des Geschäfts- und Firmenwertes der KSB Seil Co., Ltd., Korea dar. Das EBIT des Segments Service ist kräftig auf 37,3 Mio. € (Vorjahr 33,3 Mio. €) gestiegen, was unsere Prognose bestätigt hat.

Im Jahr 2016 bezog sich der vorangehende Abschnitt noch auf das operative Ergebnis (EBIT ohne die Effekte aus der Bewertung von Fertigungsaufträgen nach IAS 11). Eine Anpassung der Vorjahreszahlen konnte nicht erfolgen, da die Effekte aus den Fertigungsaufträgen nicht auf Segmentebene ermittelbar waren. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte dem Kapitel „I. Grundlagen des Konzerns – Steuerungssystem“.

GESAMTLEISTUNG

Der zuvor erwähnte Umsatzanstieg zeigt sich auch in einer höheren Gesamtleistung. Sie betrug 2.210,5 Mio. €, nach 2.174,2 Mio. € im Vorjahr. Der Bestand an Unfertigen und Fertigen Erzeugnissen blieb nahezu konstant. Die Anderen aktivierten Eigenleistungen belaufen sich auf 5,6 Mio. € und sind damit gegenüber dem Vorjahr unverändert.

ERTRÄGE UND AUFWENDUNGEN

Die Sonstigen Erträge sind von 47,2 Mio. € auf 69,2 Mio. € gewachsen, unter anderem wegen der gestiegenen Erträge aus Anlagenabgängen und hohen Versicherungsentschädigungen.

Der Materialaufwand hat sich entsprechend der Gesamtleistung erhöht, wodurch die Materialaufwandsquote mit 40,2 % gegenüber dem Vorjahr konstant geblieben ist. Insgesamt hat der Materialaufwand auf 887,8 Mio. € gegenüber 874,2 Mio. € im Vorjahr, zugenommen.

2,2Mrd. €
 Konzernumsatz 2017

Der Personalaufwand veränderte sich um – 0,3 % auf 796,7 Mio. €. In Relation zur Gesamtleistung ist der Personalaufwand um 0,7 Prozentpunkte gefallen. Wesentliche Einflussgröße war die weiter sinkende Beschäftigtenzahl. Die Belegschaft hat sich bis zum Ende des Berichtsjahres gegenüber 2016 um 117 Beschäftigte auf 15.455 verringert. Den stärksten Rückgang verzeichneten dabei die europäischen Gesellschaften mit 249 Personen. Die größten Rückgänge entfielen auf die französischen und die deutschen Standorte. Eine nennenswerte Verringerung der Mitarbeiterzahl erfolgte auch in Amerika; dort waren zum Stichtag 134 Personen weniger tätig als Ende Dezember 2016. Diese Entwicklung ist die Folge von Maßnahmen, mit denen wir unsere Kostenstrukturen an veränderte Marktbedingungen anpassen. Der KSB Konzern beschäftigte im Jahresdurchschnitt 392 Mitarbeiter weniger als im Vorjahr. Aufgrund der moderat höheren Gesamtleistung bei weiterhin rückläufiger Beschäftigtenzahl hat sich die durchschnittliche Leistung je Mitarbeiter gegenüber dem vorangegangenen Wirtschaftsjahr von 137 T€ auf 142 T€ erhöht.

Die Anderen Aufwendungen sind, gemessen an der Gesamtleistung, von 17,1 % auf 17,8 % gestiegen. In absoluten Zahlen ist dies eine Veränderung von 372,4 Mio. € auf 392,4 Mio. €. Ursächlich waren höhere Reparaturen, Fremdleistungen und sonstige Personalaufwendungen, die geringere Vertriebskosten nicht kompensieren konnten.

Das Finanzergebnis hat sich um 3,2 Mio. € verbessert. Hier spiegelt sich vor allem das stark gestiegene Ergebnis aus Beteiligungen wider, die wir nach der Equity-Methode bilanzieren. Aufgrund des Ergebnisanteils unseres dort enthaltenen chinesischen Gemeinschaftsunternehmens haben wir Erträge von insgesamt 1,5 Mio. € ausgewiesen, im Vorjahr waren noch Aufwendungen in Höhe von 1,3 Mio. € zu berichten.

ERGEBNIS

Der KSB Konzern erwirtschaftete ein Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) von 104,2 Mio. €, nach 74,6 Mio. € im Jahr 2016. Damit ist unsere Vorjahresprognose eines erheblich ansteigenden Ergebnisses eingetreten. Die Umsatzrendite vor Ertragsteuern verbesserte sich entsprechend von 3,5 % im Vorjahr auf 4,7 % und bestätigt damit ebenfalls unsere im Vorjahr geäußerten Erwartungen. Die Ertragsteuerquote ist gegenüber dem Vorjahr erheblich angestiegen und beträgt nun 50,0 % nach 36,0% im Vorjahr. Die Ursache für diesen Anstieg sind deutlich höhere latente Steueraufwendungen. Bereinigt um die ­Effekte aus der Wertminderung der latenten Steuern auf Verlustvorträge, der Steuersatzänderung in den USA und der Abschreibung auf den Geschäfts- und Firmenwert unserer Gesellschaft KSB Seil Co., Ltd., Korea ergibt sich eine bereinigte Ertragsteuerquote von 37,4 %. Das Ergebnis nach Ertragsteuern von 52,1 Mio. € (Vorjahr 47,8 Mio. €) ist daher mit 9,0 % nicht so stark gestiegen wie das Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) (39,6 %).

Das auf die nicht beherrschenden Anteile entfallende Ergebnis blieb im Vergleich zum Vorjahr mit 14,9 Mio. € unverändert. Die Relation zum Ergebnis nach Ertragsteuern veränderte sich daher von 31,0 % auf 28,6 %.

Die Ergebnisanteile der Aktionäre der KSB AG (37,2 Mio. €) lagen um 4,3 Mio. € über denen des Vorjahres (32,9 Mio. €).

Das Ergebnis je Aktie betrug für die Stammaktien 21,10 €, nach 18,68 € im Vorjahr, und für die Vorzugsaktien 21,36 €, nach 18,94 € im Jahr 2016.

104,2Mio. €
 Konzernergebnis (EBT) 2017

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