Unternehmerische Verantwortung

Zusammengefasster gesonderter nichtfinanzieller Bericht

Den vielseitig verwendeten Begriff der „Nachhaltigkeit“ verstehen wir konkret als die Ausrichtung an ökologischen, sozialen und ökonomischen Werten. Neben dem verantwortungsvollen Umgang mit unseren natürlichen Ressourcen und der Umwelt schließt er die Fürsorge für unsere Mitarbeiter und unser gesellschaftliches Engagement mit ein. Diese Themen stellen wir hier in einem zusammengefassten gesonderten nichtfinanziellen Bericht nach §§ 315b und 315c i.V.m. 289c bis 289e HGB dar. Er dient der Erfüllung der Anforderungen des CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetzes und fasst die Erklärung auf Gesellschaftsebene mit der Konzernerklärung außerhalb des Lageberichts zusammen.

Die hier vorgestellten Konzepte gelten für den Konzern und die KSB AG (am 17. Januar 2018 wurde die Umwandlung zur KSB SE & Co. KGaA rechtskräftig) gleichermaßen, voneinander abweichende Angaben sind kenntlich gemacht. Alle Angaben im nichtfinanziellen Bericht beziehen sich auf die ehemalige KSB AG im Jahr 2017. Verweise auf Angaben außerhalb des Konzernlageberichts sowie die Bildunterschriften in diesem Kapitel sind weiterführende Informationen und nicht Bestandteil des gesonderten nichtfinanziellen Berichts. Die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Mannheim, hat diesen Bericht einer betriebswirtschaftlichen Prüfung nach ISAE 3000 (Revised) zur Erlangung einer begrenzten Sicherheit unterzogen und einen entsprechenden Vermerk erstellt.

Die in diesem Bericht ausgeführten Konzepte und Aktivitäten folgen in den Bereichen Menschenrechte, Arbeitsnormen sowie Umwelt und Korruptionsprävention den Prinzipien des UN Global Compact.

Entsprechend unserem Geschäftsmodell wollen wir Kunden weltweit mit qualitativ hochwertigen Pumpen und Armaturen sowie passenden Serviceleistungen versorgen. Unsere Erzeugnisse entwickeln wir zum weitaus überwiegenden Teil selbst und fertigen sie in Werken auf vier Kontinenten. Der Verkauf erfolgt über eine eigene Vertriebsorganisation, unterstützt durch Händlernetze ausgewählter Partner. Das Geschäftsmodell ist in unserem Konzernlagebericht auf Seite 56 ausgeführt.

Mit dem Beitritt zum UN Global Compact im Jahr 2010 haben wir uns verpflichtet, unsere geschäftlichen Aktivitäten an zehn universellen Prinzipien auszurichten. Die Global-Compact-Grundsätze gelten aber nicht nur für Führungskräfte und Mitarbeiter unseres gesamten Unternehmens, sondern auch für sämtliche Lieferanten und Geschäftspartner. Wir erfragen, ob und inwieweit sich unsere strategisch wichtigsten Geschäftspartner an diesen oder vergleichbaren Maßgaben orientieren.

Die KSB-Grundsätze zur Nachhaltigkeit sind für alle Standorte und Gesellschaften der KSB-Gruppe verbindlich. Wir haben sie in unserer konzernweit gültigen Nachhaltigkeitspolitik manifestiert. Ein Komitee befasst sich regelmäßig mit den Fortschritten in diesen Bereichen. Darüber hinaus erhält die Konzernleitung zweimal pro Jahr einen Compliance-Bericht und einmal pro Jahr einen Rückblick auf Managementthemen zu Qualität, Umwelt sowie Gesundheit und Arbeitssicherheit.

KSB betreibt ein globales integriertes Managementsystem mit dem Anspruch, weltweit gleich hohe Standards bei Qualität, Risiko, Umwelt, Gesundheit, Arbeitssicherheit und Nachhaltigkeit zu erfüllen. Es ist prozessorientiert aufgebaut und erfüllt die Anforderungen der internationalen Normen ISO 9001, ISO 14001, OHSAS 18001 und ISO 26000 sowie des UN Global Compact. Das Managementsystem regelt die organisatorischen Abläufe, die Zuständigkeiten sowie die Verfahren und Prozesse auf Konzernebene und an den einzelnen Standorten.

Wir ermitteln kontinuierlich die Ansprüche und Erwartungen der verschiedenen Stakeholder an unser Unternehmen.

33,3%
 Anteil erneuerbarer Energie am Stromverbrauch
(KSB AG: 51,0 %)

Wesentliche Nachhaltigkeitsthemen für KSB

2016 haben wir auf dieser Basis erstmals eine Analyse durchgeführt, um die für KSB wesentlichen Nachhaltigkeitsthemen zu ermitteln. Im Hinblick auf die im HGB neu definierten Anforderungen an die nicht-finanzielle Berichterstattung haben die jeweiligen Fachabteilungen und unser Nachhaltigkeitskomitee, mit Einbindung der Konzernleitung, die Ergebnisse 2017 bewertet. So haben wir Aspekte und Sachverhalte ermittelt, die für das Verständnis des Geschäftsverlaufs, des Geschäftsergebnisses, der Lage der Kapitalgesellschaft sowie der Auswirkungen unserer Tätigkeit auf die genannten Aspekte erforderlich sind:

  • Umwelt (Ressourceneffizienz, Fertigung energieeffizienter Produkte, Emissionen und Produktsicherheit),
  • Bekämpfung von Korruption und Bestechung (Compliance),
  • Achtung der Menschenrechte (Nachhaltigkeit in der Lieferkette),
  • Arbeitnehmerbelange (Weiterbildung, Chancengleichheit, Arbeitssicherheit und Gesundheit).

Diese Themen stehen im wesentlichen Zusammenhang mit unserer Fertigung, unseren Produkten, unseren Geschäftspartnern und unseren Mitarbeitern. Zugleich leisten wir mit unseren Produkten einen unmittelbaren Beitrag zum Umweltschutz, beispielsweise indem sie Energie sparen oder in der Abwasserreinigung zum Einsatz kommen.

Im Rahmen unserer unternehmerischen Verantwortung sehen wir uns darüber hinaus verpflichtet, uns sozial zu engagieren. Wir berichten in diesem Kapitel über entsprechende Aktivitäten, auch wenn diese nicht unmittelbar bedeutsame oder wesentliche Auswirkungen auf unseren geschäftlichen Erfolg haben.

KSB sieht im Zusammenhang mit den nichtfinanziellen Aspekten Umwelt, Korruptionsbekämpfung, Menschenrechte, Arbeitnehmerbelange und Soziales keine wesentlichen, nach der Nettomethode beurteilten Risiken, die mit der eigenen Geschäftstätigkeit und den Geschäftsbeziehungen der Kapitalgesellschaft, ihren Produkten und Dienstleistungen verknüpft sind und die sehr wahrscheinlich schwerwiegende negative Auswirkungen auf die Aspekte haben oder haben werden. Alle sonstigen Risiken, die sich auf unsere Geschäftstätigkeit auswirken, finden sich im Konzernlagebericht ab Seite 75.

Der nichtfinanzielle Bericht umfasst – soweit nicht anders vermerkt – 28 wesentliche Konzerngesellschaften. Diese haben wir aufgrund ihrer Auswirkungen auf die Aspekte wie Energieverbrauch und Mitarbeiterabdeckung ausgewählt. Die 28 Konzerngesellschaften beinhalten alle konsolidierten Tochterunternehmen mit Fertigungswerken sowie zwei Servicegesellschaften mit energieintensiven Werkstätten.

Soziales Engagement: KSB unterstützte ein Hilfsprojekt zur Instandsetzung von Brunnenpumpen in der Elfenbeinküste (großes Bild). Für fast 2.000 Ivorer verbesserte sich so 2017 die Trinkwasserversorgung. Neben Maßnahmen zur Wasserversorgung stehen Bildungsvorhaben im Mittelpunkt des gesellschaftlichen Engagements.

Um das Interesse junger Menschen an technischen und naturwissenschaftlichen Themen zu fördern, lädt KSB regelmäßig Kinder und Jugendliche in die Werke ein (kleines Bild) und fördert Projekte der Initiative „Wissensfabrik – Unternehmen für Deutschland e.V.“.

Finanzielle Hilfe: In Indien engagiert sich KSB regelmäßig im Umfeld der Standorte. Davon profitieren sozial benachteiligte Kinder, Behinderte sowie ältere und kranke Menschen (Bild oben). Neben finanziellen Zuwendungen unterstützen wir entsprechende Einrichtungen und Organisationen mit technischer Ausrüstung. 2017 haben wir in Asien außerdem mehrere Projekte zur Wasserversorgung schulischer Einrichtungen finanziert.

In Nepal (Bild links) können so zwei Schulen in Dakshinkali und Bhaktapur ihre Probleme mit Wasserversorgung und Sanitäreinrichtungen lösen.

Energieverbrauch
Gesamt KSB AG Europa*** Asien / Pazifik Amerika Mittlerer Osten / Afrika
Gesamtverbrauch Energie* 273.750 MWh 94.868 MWh 141.900 MWh 38.258 MWh 80.432 MWh 13.160 MWh
Strom gesamt** 156.407 MWh 37.260 MWh 58.296 MWh 33.708 MWh 53.202 MWh 11.200 MWh
Strom aus erneuerb. Energie 52.064 MWh 18.989 MWh 23.629 MWh 5.712 MWh 19.908 MWh 2.815 MWh
CO2-Emissionen 97.248 t 22.072 t 31.042 t 29.916 t 28.871 t 7.418 t
*elektrischer Strom, Gas, Heizöl, Fernwärme, Holz u. a.
**Gesamtsumme weicht wegen Rundung ab
***inklusive KSB AG

Umwelt

Als produzierendes Unternehmen arbeiten wir daran, die Auswirkungen auf die Umwelt möglichst gering zu halten und den Energieverbrauch auf ein Minimum zu reduzieren. Mit dieser Intention schonen wir nicht nur die natürlichen Ressourcen, sondern erhöhen in Zeiten steigender Rohstoffpreise auch die Wirtschaftlichkeit unserer Produkte. Darüber hinaus vermeiden wir ökonomische und juristische Risiken, wie sie aus Umweltschäden sowie Verstößen gegen Gesetze und Vorschriften resultieren könnten.

KSB setzt auf das international anerkannte Umweltmanagementsystem ISO 14001, um einen verantwortungsvollen Umgang mit den natürlichen Lebensgrundlagen sicherzustellen. Wir haben das Umweltmanagementsystem bislang an 37 Fertigungs- und Montagestandorten (KSB AG: 3 Standorte) etabliert; damit decken wir 90 Prozent ab. Im Rahmen einer Evaluation befragen wir unsere strategisch wichtigsten Lieferanten, ob sie die Anforderungen national oder international gültiger Umweltmanagement-Normen erfüllen. 2017 haben wir 1.058 dieser Zulieferer angeschrieben, 537 haben geantwortet. Die Quote der Unternehmen, die sich an anerkannten Umweltstandards orientieren, lag bei 45 %.

Um den Energieverbrauch und den Ausstoß von CO2-Emissionen zu reduzieren, führen wir regelmäßig Energieaudits an europäischen Standorten durch. Zu den daraus resultierenden Maßnahmen gehört die energetische Sanierung von Gebäuden und Gießereien. Zur Senkung des Stromverbrauchs setzen wir unter anderem auf Hocheffizienzleuchten und die Installation sensorgesteuerter Beleuchtungen. Um die Reiseaktivitäten unserer Belegschaft sowie die damit verbundenen Kosten und Umweltbelastungen gering zu halten, bauen wir unser Videokonferenzsystem weltweit kontinuierlich aus.

Regelmäßig erfassen wir die Daten unseres Energieverbrauchs und unseres CO2-Ausstoßes, um diese zu bewerten. Im Berichtsjahr lag der Energieverbrauch bei 273.750 Megawattstunden (KSB AG: 94.868 Megawattstunden). Der Anteil an erneuerbaren Energien beim Stromverbrauch betrug 33,3 % (KSB AG: 51,0 %). Diesen Prozentsatz wollen wir erhöhen. Zum Ausstoß von CO2-Emissionen errechneten wir nach Scope 1 und Scope 2 des GHG-Protokolls  97.248 Tonnen (KSB AG: 22.072 Tonnen).

Bei der Fertigung und dem Transport industrieller Produkte entstehen Abfälle. KSB versucht, diese gering zu halten und achtet darauf, Materialien in den Stoffkreislauf zurückzuführen, wann immer dies möglich ist. Deshalb sammeln wir zum Beispiel Papier und Metalle, die wir der Wiederverwertung zuleiten.

Die Menge an gefährlichen Stoffen reduzieren wir, indem wir unsere bestehenden Anlagen schrittweise modernisieren. Stellen wir an unseren Standorten Umweltbelastungen fest, bilden wir Rückstellungen, um Verpflichtungen für notwendige Sanierungen erfüllen zu können. Diese hatten 2017 für die KSB AG eine Höhe von 775.000 €.

Wenn es um die Auswirkungen unserer Geschäftstätigkeit auf die Umwelt geht, setzen wir nicht nur auf eine möglichst umweltverträgliche Fertigung. Zugleich wollen wir Produkte herstellen, die während ihres langjährigen Betriebs wenig Energie verbrauchen und einen Beitrag zum Erhalt unserer Umwelt leisten.

5.240
 Anzahl der zu Compliance-Themen geschulten Mitarbeiter

Unsere energieeffizienten Produkte verringern den Stromverbrauch unserer Kunden. Mit einem ganzheitlichen Ansatz optimieren unsere Spezialisten den Energieverbrauch in den Anlagen unserer Kunden, wobei sie das gesamte hydraulische System und den kompletten Lebenszyklus einer Anlage analysieren. Die Komponenten lassen sich so perfekt aufeinander abstimmen.

Unser erklärtes Ziel ist es, bei energieeffizienten Produkten weiter zu wachsen. Damit verringern wir die Umweltbelastungen unserer Kunden, steigern den Umsatz und sichern die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens. Dabei setzen wir auch auf die digitale Transformation, die nicht zuletzt hilft, Einsparpotenziale in den Anlagen unserer Kunden zu identifizieren. Im Berichtsjahr haben wir ein „Business Innovation Lab“ aufgebaut, in dem wir neue Geschäftsmodelle entwickeln, die wir auf dem Wege der fortschreitenden Digitalisierung realisieren.

Eine mangelhafte Qualität von Produkten könnte Unfälle und Umweltbelastungen verursachen. Daher legen wir großen Wert auf die Sicherheit unserer Produkte. In der Fertigung setzen wir auf anerkannte Standards wie CE  und etablierte Qualitäts-Managementsysteme. Dies ermöglicht es uns, Prozesse so zu gestalten, dass wir systematische Fehler bei der Fertigung unserer Produkte vermeiden. Darüber hinaus haben wir intern die Zertifizierung „Made by KSB“ eingeführt. Sie stellt einen vergleichbar hohen Qualitätsstandard an 13 Standorten sicher, der über den Anforderungen der internationalen Norm für Qualitätsmanagement liegt. Die hausinterne Zertifizierung steht für Qualität, kurze Lieferzeiten, kompetente Serviceleistungen und bestmögliche Herstellungsprozesse.

Bekämpfung von Korruption und Bestechung (Compliance)

Unsere Kunden und Geschäftspartner erwarten ein integres Verhalten von KSB. Rechtliche Vorschriften und konzernweit gültige Richtlinien einzuhalten, ist für uns selbstverständlich. Bereits der Verstoß eines Einzelnen kann das Vertrauen in unser Unternehmen dauerhaft schädigen und zu einem Reputationsverlust führen.

Um das regelkonforme Verhalten unserer Mitarbeiter zu unterstützen, haben wir ein verbindliches Compliance-Management-System geschaffen. Es gewährleistet das Einhalten gesetzlicher Bestimmungen und interner Vorgaben, um langfristig den wirtschaftlichen Erfolg unseres Unternehmens zu sichern. Das Compliance-System zielt darauf, dass KSB und Mitarbeiter stets im Einklang mit gültigem Recht und geltenden Richtlinien handeln.

Die Verantwortung für die Compliance-Organisation liegt bei der Konzernleitung, die der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats diesbezüglich überwacht. Das Compliance-Management verantwortet der „Group Compliance Officer“, welcher der Konzernleitung über relevante Themen halbjährlich berichtet. Er wird durch ein „Group Compliance Committee“ unterstützt, bestehend aus oberen Führungskräften des Unternehmens.

Im Berichtsjahr haben wir unser Compliance-Handbuch überarbeitet. Es beschreibt Strukturen und Prozesse, die das regelkonforme Verhalten sicherstellen. Darüber hinaus regelt es die Zuständigkeiten und Instrumente.

Zentrales Element unseres Compliance-Systems ist der konzernweit geltende KSB-Verhaltenskodex. Er definiert die maßgeblichen rechtlichen und geschäftspolitischen Grundsätze und bietet unseren Mitarbeitern eine Orientierung für ihr Handeln. Im Kodex haben wir auch unsere Unternehmenswerte verankert, die das Verhalten im Arbeitsalltag bestimmen: Redlichkeit, Verantwortung, Professionalität, Vertrauen und Wertschätzung. Darauf basierend haben wir spezifische Verhaltensanforderungen erstellt und kommuniziert.

Um Risiken durch Reputationsverluste und Strafen zu vermeiden, hat KSB zwei verbindliche Richtlinien zur Beachtung des Kartellrechts und zur Korruptionsprävention erlassen. Beide Vorgaben helfen, mögliche Verstöße zu verhindern. In geeigneten Schulungen lernen die Mitarbeiter die potenziellen Gefahren kennen und erhalten konkrete Hinweise zu einwandfreiem Verhalten.

Unser Ziel ist es, alle relevanten Mitarbeiter zum Kartellrecht und zur Korruptionsprävention zu schulen. Über ein weltweites Anforderungsraster stellen wir sicher, dass wir sämtliche Personen, die Kunden- oder Lieferantenkontakte haben, mit diesen Themen vertraut machen. Derzeit sind konzernweit 5.240 Mitarbeiter entsprechend geschult. Die Trainingsmaßnahme findet alle drei Jahre statt, zwischenzeitlich entstehende Schulungsbedarfe decken wir halbjährlich ab.

Erhält ein Mitarbeiter Kenntnis von Verstößen oder ist er im Zweifel, wie er sich regelkonform verhält, schaltet er die Compliance-Organisation ein, insbesondere den zuständigen „Compliance Officer“. Gegebenenfalls werden Hinweise anonym behandelt. Darüber hinaus lassen sich straf- oder kartellrechtlich bedenkliche Sachverhalte direkt an einen unabhängigen Ombudsmann weitergeben. Dieser nimmt sich möglicher Themen an, ohne die Informanten zu nennen. Liegen belastbare Hinweise vor, gehen wir diesen nach. Der Ombudsmann erhielt 2017 eine Meldung über mutmaßliche Compliance-Verstöße. Darüber hinaus erreichte uns eine weitere Meldung über ein E-Mail-Kontaktformular. Erhält die Compliance-Organisation Hinweise, initiiert sie in einem genau festgelegten Verfahren die zur Klärung erforderlichen Schritte und Maßnahmen. KSB toleriert keine Compliance-Verstöße der Mitarbeiter. Ergeben die Untersuchungen ausreichend konkrete Anhaltspunkte für einen Verstoß, muss der Betroffene mit Konsequenzen rechnen. Je nach Schwere des Verstoßes reichen die Sanktionen von der einfachen Verwarnung bis zur fristlosen Beendigung des Arbeitsverhältnisses; möglich ist auch das Einschalten von Strafverfolgungsbehörden.

96
 soziale Projekte unterstützte KSB aktiv oder finanziell mit mehr als 5.000 Euro.

Achtung der Menschenrechte

Mit dem Bekenntnis zum UN Global Compact hat sich KSB verpflichtet, den Schutz der internationalen Menschenrechte zu unterstützen und diese zu achten. Darüber hinaus sind wir aufgefordert, beispielsweise durch die Auswahl unserer Lieferanten auch indirekt keine Menschenrechtsverletzungen zu tolerieren. Zudem handeln wir als Unternehmen so, dass wir die Konventionen der International Labour Organisation  (ILO) einhalten. Grundsätzliche Anforderungen an das Verhalten innerhalb der Belegschaft regelt der KSB-Verhaltenskodex. Dabei sind wir uns bewusst, dass gerade Menschenrechtsverletzungen nicht nur moralisch verwerflich sind, sondern zugleich den Ruf eines Unternehmens schädigen und insofern wirtschaftliche Verluste zur Folge haben.

KSB tritt dafür ein, alle Formen von Zwangs- und Kinderarbeit zu beseitigen. Wir dulden in unserem Arbeitsumfeld keine Diskriminierung von Menschen aufgrund individueller Merkmale wie Alter, Herkunft, Religion, Aussehen, Geschlecht, sexueller Orientierung, Behinderung oder Familienstand. Darüber hinaus respektieren wir die Vereinigungsfreiheit und das Recht auf Kollektivverhandlungen in unseren Gesellschaften. Wir beachten zugleich staatliche Sanktionen wie Embargos und kommunizieren interne Richtlinien zur Exportkontrolle.

Um Risiken in der Lieferkette zu erkennen und zu vermeiden, praktizieren wir ein aktives Lieferantenmanagement. Bei jeder Bestellung erklärt ein Unternehmen, dass es die Regelungen unseres Verhaltenskodex’, der den im UN Global Compact definierten Maßgaben zu den Menschenrechten entspricht, einhält. So vermeiden wir beispielsweise den Einkauf von Rohstoffen aus Krisengebieten, bei deren Gewinnung es zu Menschenrechtsverletzungen kommen könnte. Wir arbeiten grundsätzlich nicht mit Unternehmen zusammen, von denen bekannt ist, dass sie gegen Menschenrechte verstoßen.

Im Jahr 2017 haben wir 1.058 unserer strategisch wichtigsten Lieferanten schriftlich angefragt, ob sie ihrerseits Maßnahmen gegen Menschenrechtsverletzungen treffen. Von den 537 antwortenden Unternehmen haben dies 445 bejaht.

Unsere Mitarbeiter können sich analog zu möglichen Compliance-Verstößen (siehe Seite 25) auch bei Fragen zu Menschenrechten an die Compliance-Organisation oder einen Ombudsmann wenden.

Arbeitnehmerbelange

Menschen prägen mit ihrem Engagement, ihren Fähigkeiten und ihrem Wissen unser Unternehmen – sie sind entscheidend für den wirtschaftlichen Erfolg. Mehr als 15.000 Mitarbeiter sind aktuell bei KSB tätig. Um dauerhaft erfolgreich zu sein, benötigen wir auch weiterhin gut qualifizierte Experten. Ein Mangel an Fachpersonal würde die wirtschaftliche Zukunft von KSB gefährden.

Altersstruktur
Alter Gesamt KSB AG Europa* Asien / Pazifik Amerika Mittlerer Osten / Afrika
bis 25 8 % 12 % 9 % 6 % 8 % 6 %
26 – 39 35 % 28 % 29 % 39 % 38 % 52 %
40 – 54 40 % 36 % 40 % 47 % 36 % 30 %
ab 55 17 % 23 % 22 % 9 % 17 % 13 %
Die Werte sind gerundet, sodass die Summe von 100 abweichen kann.
*inklusive KSB AG
Weiterbildungsstunden
Gesamt KSB AG Europa* Asien / Pazifik Amerika Mittlerer Osten / Afrika
Stunden pro Mitarbeiter 17,6 11,9 14 16 10 65
*inklusive KSB AG

Damit wir im intensiven Wettbewerb um die besten Köpfe bestehen, muss es uns gelingen, hochqualifizierte Experten wie Ingenieure einzustellen, weiterzuentwickeln und dauerhaft an KSB zu binden. Potenzielle Bewerber und Mitarbeiter sollen uns als attraktiven Arbeitgeber wahrnehmen. Eigene Talente fördern und entwickeln wir, um sie auf Fach- und Führungspositionen vorzubereiten. Darüber hinaus betreiben wir eine strukturierte Nachfolgeplanung.

Um die Fähigkeiten unserer Mitarbeiter planmäßig zu erweitern, setzen wir auf ein dreistufiges Konzept. Es unterscheidet konzernweite, bereichsbezogene und individuelle Weiterbildungsmaßnahmen. Bei jährlich stattfindenden Beurteilungsgesprächen ermitteln Vorgesetzte und Mitarbeiter den passenden Bedarf. Die aufgabenorientierten Qualifizierungen decken die Bereiche Technik, Betriebswirtschaft, Informationstechnologie und Kommunikation ab. Im Jahr 2017 hat jeder unserer Beschäftigten durchschnittlich 17,6 Weiterbildungsstunden (KSB AG: 11,9) absolviert. Regionale Unterschiede entstehen vor allem durch den uneinheitlichen Qualifikationsstand neuer Mitarbeiter, sodass in einigen Gesellschaften ein erhöhter Bedarf an fachlicher Weiterbildung besteht.

Mit unserem Qualifizierungsangebot fördern wir unsere Belegschaft während des gesamten Berufslebens. Wir sind bestrebt, das eigenverantwortliche Lernen der Mitarbeiter zu stärken und werden unser Angebot in den kommenden Jahren entsprechend ausbauen. Dabei nutzen wir moderne Lernformen wie E-Learning und Webinare. Zudem setzen wir auf das Voneinander-Lernen und etablieren Gemeinschaften, die einen unmittelbaren Wissens- und Erfahrungsaustausch möglich machen.

Gesundheit und Familie: Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie hat für viele KSB-Mitarbeiter einen hohen Stellenwert. Familientage, wie 2017 im Werk Halle, erlauben einen Einblick in die Arbeitswelt bei KSB. Kinder können dabei ihre handwerklichen Fähigkeiten testen (großes Bild).

Beim betrieblichen Gesundheitsmanagement setzt KSB nicht nur auf die arbeitsmedizinische Vorsorge, sondern auch auf individuelle Präventionsangebote. Am Standort Frankenthal kümmert sich Werksärztin Parvin Shahidi Asl (kleines Bild) um die Gesundheit der Mitarbeiter.

Qualifizierte Mitarbeiter: Innovative Unternehmen benötigen Fachkräfte. Wer bei KSB eine Berufsausbildung beginnt, lernt praxisbezogen (Bild links). Um neue Kompetenzen auf- und auszubauen, steht den Mitarbeitern ein breites Weiterbildungsangebot zur Verfügung. Dabei nutzen sie moderne Lernformen wie E-Learning und Webinare (Bild rechts).

Um den Bedarf an Fachkräften zu decken, bilden wir kontinuierlich Nachwuchskräfte aus. An den deutschen Standorten mit dem hier praktizierten dualen Ausbildungssystem qualifizierten wir insgesamt 229 junge Menschen für eine Tätigkeit in unserem Unternehmen. Im Jahr 2017 haben wir rund 6,6 Millionen Euro in die Berufsausbildung investiert.

KSB hat attraktive Angebote für engagierte, junge Menschen. Über Berufsausbildung, Praktikum und Studienarbeit ermöglichen wir vielversprechenden Talenten einen guten Karrierestart.

Wer eine Ausbildung oder ein duales Studium bei KSB aufnimmt, lernt praxisnah. Neben den fachlichen Fertigkeiten legen wir großen Wert auf das Verantwortungsbewusstsein unserer Nachwuchskräfte. Diese engagieren sich im Umfeld ihrer Standorte auch für soziale und ökologische Projekte.

In vielen westlichen Ländern steigt das Durchschnittsalter der Bevölkerung. Dieser demografische Wandel wirkt sich auch auf Unternehmen aus. Daher beobachten wir die Altersstruktur unserer Belegschaft in verschiedenen Regionen. So können wir rechtzeitig gegensteuern und für eine ausgewogene Mischung in der jeweiligen Belegschaft sorgen, beispielsweise durch die adäquate Einstellung jüngerer Nachwuchskräfte. Dadurch stellen wir sicher, dass wir wertvolles Wissen im Unternehmen auf verschiedene Altersgruppen verteilen.

Belegschaft nach Geschlecht
Gesamt KSB AG Europa* Asien / Pazifik Amerika Mittlerer Osten / Afrika
Mitarbeiter männlich 85 % 84 % 83 % 89 % 87 % 87 %
Mitarbeiter weiblich 15 % 16 % 17 % 11 % 13 % 13 %
Führungskräfte männlich 89 % 92 % 89 % 90 % 88 % 90 %
Führungskräfte weiblich 11 % 8 % 11 % 10 % 12 % 10 %
*inklusive KSB AG

KSB setzt im internationalen Rahmen auf Vielfalt und Chancengleichheit. Unsere im Berichtsjahr aktualisierten verbindlichen Human-Resources-Grundsätze stehen im Einklang mit den Vereinbarungen der ILO  und gelten für sämtliche KSB-Gesellschaften. Demgemäß orientieren wir uns bei der Vergabe von Arbeitsplätzen ausschließlich an den benötigten beruflichen Anforderungen, der individuellen Leistung und dem Potenzial des Bewerbers. Um dies sicherzustellen, haben wir klare Verantwortlichkeiten definiert. Das Management sorgt dafür, die Prinzipien von Chancengleichheit und Vielfalt in der Unternehmenspraxis zu verwirklichen. Das Personalwesen kommuniziert die Grundsätze innerhalb des Konzerns und passt sie, falls erforderlich, an. Darüber hinaus schafft es ein Bewusstsein für dieses wichtige Thema und bietet entsprechende Trainings sowie Beratungsangebote an.

Wir sind überzeugt, dass Vielfalt die Leistung in unserem Unternehmen verbessert. Daher wollen wir auch auf leitenden Positionen möglichst viele unterschiedliche Persönlichkeiten, die sich für KSB einbringen. Neben der vermehrten Besetzung von Führungsstellen mit nicht-deutschen Bewerbern haben wir uns zum Ziel gesetzt, den Anteil von Frauen in Führungspositionen zu erhöhen. Wir wollen als faires Unternehmen wahrgenommen werden, das für Frauen unterschiedlichster Qualifikationen ein attraktiver Arbeitsgeber ist. Derzeit liegt die Quote der weiblichen Führungskräfte bei 11 %. Ihr Anteil an der Gesamtbelegschaft beträgt 15 %. Um unsere Mitarbeiterinnen zu fördern, stärken wir bei KSB die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. So haben wir Angebote entwickelt, um eine Betreuung von Kindern in den Ferien zu ermöglichen. Außerdem bieten wir Beratungen zur Pflege von Angehörigen an. Darüber hinaus stehen Frauen wie Männern flexible Arbeitszeitmodelle zur Verfügung.

Das Risiko von Arbeitsunfällen wollen wir gering halten, um Verletzungen von Mitarbeitern zu vermeiden und Ausfallzeiten zu verhindern. Dabei liegt der Schwerpunkt unserer Maßnahmen in den Fertigungsbereichen. Hier finden regelmäßig entsprechende Schulungen, Unterweisungen und weitere Präventionsmaßnahmen statt. Im Berichtsjahr waren 35 unserer Fertigungs- und Montagewerke (darunter alle Werke der KSB AG) nach dem Arbeitsschutz-Managementsystem OHSAS 18001 zertifiziert, was 85 % der Standorte entspricht. Die in der Norm formulierten Vorgaben für die Prävention tragen dazu bei, die Arbeitssicherheit zu erhöhen.

Gesundheitsbewusstes Arbeiten ist aber auch in den administrativen Bereichen ein Thema. Deshalb führen wir beispielsweise jährlich ein E-Learning zur Sicherheit im Büro durch.

Investitionen in die Gesundheit und das Wohlbefinden unserer Mitarbeiter sind Investitionen für eine erfolgreiche Zukunft. Deshalb betreibt KSB ein aktives betriebliches Gesundheitsmanagement mit ganzheitlichem Ansatz.

In diesem Rahmen erfüllen wir nicht nur die gesetzlichen Anforderungen der Arbeitsmedizin, sondern erbringen auch freiwillige gesundheitsfördernde Leistungen wie Hautkrebsscreenings, Grippeschutzimpfungen sowie Veranstaltungen zu den Themen gesunde Ernährung und Bewegung. Mitarbeitern ab 50 Jahren bieten wir außerdem jährlich einen Vorsorgetermin an, zu dem ein Arzt das Herz- und Kreislaufsystem, den Stoffwechsel sowie den Stütz- und Bewegungsapparat untersucht. Wenn erforderlich, empfiehlt er weitere Tests und Behandlungen.

KSB legt großen Wert auf eine aktive Teilhabe der Belegschaft an der Weiterentwicklung des Unternehmens und seiner Arbeitsprozesse. Im Jahr 2016 haben wir eine weltweite Befragung von rund 11.000 Mitarbeitern in den umsatzstärksten Gesellschaften durchgeführt. Die Teilnehmer äußerten sich zu ihrem Unternehmen, Arbeitsumfeld und Engagement. Die Ergebnisse lieferten uns Ansatzpunkte für Verbesserungen. Daraus entstanden Maßnahmen, deren Umsetzung wir zeitnah in Angriff nahmen.

Soziales

Im Bewusstsein unserer sozialen Verantwortung engagieren wir uns für gesellschaftliche Belange. Als erfolgreiches Unternehmen setzt sich KSB für nachhaltige Entwicklung und ein funktionierendes Miteinander in unserer Gemeinschaft ein. Mit dieser Zielsetzung unterstützen wir entsprechend unserer Spendenrichtlinie Organisationen und Projekte, die sich der Bildung sowie der sozialen Förderung und dem Schutz von Kindern und Jugendlichen widmen. Darüber hinaus engagieren wir uns für Benachteiligte. Im Katastrophenfall helfen wir Menschen und Organisationen. Wir haben uns im Berichtsjahr an 96 sozialen Projekten aktiv beteiligt oder solche finanziell mit jeweils mindestens 5.000 Euro unterstützt.

Bildung für junge Menschen ist ein zentrales Thema dieses gesellschaftlichen Engagements. Uns ist es wichtig, dass Kinder und Jugendliche ihre Fähigkeiten rechtzeitig entwickeln und später einen Beruf entsprechend ihren Talenten und Fähigkeiten ergreifen. Aus diesem Grund haben wir gemeinsam mit anderen Firmen die Initiative „Wissensfabrik – Unternehmen für Deutschland e.V.“ gegründet.

Die finanzielle Unterstützung von Hilfsprojekten hat bei KSB eine lange Tradition. Im Umfeld unserer Standorte leisten wir kontinuierlich Beiträge für ein funktionierendes Miteinander. Darüber hinaus spenden wir regelmäßig für Projekte, um Menschen mit sauberem Trinkwasser zu versorgen, wozu wir auch Sachleistungen wie Pumpen bereitstellen.

Weitere Informationen über unser gesellschaftliches Engagement finden Sie auf www.ksb.de/csr

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